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  • Barthélemy Menn

  • Genf 20.5.1815, Genf 11.10.1893
  • Geschlecht: männlich
  • Nationalitaet: Schweiz
  • Taetigkeitsfelder: Malerei
  • Jahr von: 1'815
  • Jahr bis: 1'893
Biographie
Ausgewählte Literatur
Werke

Am 20. Mai 1815 wird Barthélemy Menn als Sohn eines Bündner Patissiers und einer Bauerntochter aus dem Waadtland geboren. Bereits ab dem Alter von 12 Jahren besucht er den Zeichenunterricht bei zwei Lokalkünstlern, die sich im Geschäft der Souvenirindustrie eine Nische geschaffen haben, sowie die Zeichenschule im "Calabri". Mit 16 tritt er ins Atelier des Historienmalers Jean Léonard Lugardon ein, doch kann er sich nicht für dessen theatralische, patriotische Malerei begeistern.

Lugardon schickt Menn 1833 nach Paris, wo er ihn seinem ehemaligen Lehrer Jean-Auguste-Dominique Ingres vermittelt. Ingres wird allerdings kurze Zeit später zum Direktor der Französischen Akademie in Rom berufen. Menn reist seinem Lehrer nach Italien nach. In Venedig und Rom studiert er die grossen Meister der Renaissance und malt die süditalienische Landschaft.

1838 kehrt Barthélemy Menn zurück nach Paris, wo er freundschaftliche Kontakte zu den Malern der Schule von Barbizon, wie insbesondere zu Charles Daubigny und Camille Corot knüpft. Mit ihnen findet er eine neue Form der Malerei, wonach die natürlichen Farb- und Lichteffekte eines bescheidenen Landschaftsausschnittes direkt vor Ort studiert und skizziert werden, um das Motiv möglichst real und stimmungsvoll wiedergeben zu können.

Menns Arbeit wird von seinen Kollegen bewundert, doch kann er seine Werke in Paris kaum verkaufen. 1843 kehrt er deshalb zurück nach Genf, wo er allerdings auch keinen Erfolg verzeichnen kann. Ganz im Gegenteil stossen seine avantgardistischen, in grobem Pinselstrich ausgeführten Baumgruppen auf Unverständnis. Sie entsprechen nicht dem Geschmack des lokalen Publikums, das sich die typischen Alpendarstellungen der Genfer Schule wünscht.

Aus finanziellen Gründen ist Menn gezwungen, seinen Lebensunterhalt mit Unterrichten zu verdienen. Als Lehrer kann er sich einen Namen machen und während 42 Jahren namhafte Künstler wie beispielsweise Ferdinand Hodler, Edouard Vallet und Edouard Castres ausbilden. Durch seinen Unterricht und seine Bemühungen, in Genf wiederholt Ausstellungen mit Künstlerkollegen aus der Schule von Barbizon zu organisieren, festigt Barthélemy Menn die Freilichtmalerei (Pleinairismus) in der Schweiz und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der hiesigen Landschaftsdarstellung. Seine eigenen Arbeiten zeigt er nach mehrfacher Enttäuschung in der Öffentlichkeit nicht mehr. Am 11. Oktober 1893 stirbt der Genfer Künstler in seiner Heimatstadt ohne den verdienten Ruhm für sein Werk erhalten zu haben.

Fabienne Sutter