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Selbstbildnis
  • Johann Melchior Wyrsch
  • Selbstbildnis, um 1767

  • Öl auf Leinwand
  • 23 x 17.7 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 65x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'767
  • Jahr bis: 1'767
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
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Johann Melchior Wyrsch hat sich während seiner 20-jährigen Schaffenszeit immer wieder selbst gemalt. In diesem kleinen Selbstbildnis zeigt sich der Künstler in einem sehr engen Bildausschnitt. Den Oberkörper leicht nach links abgedreht, wendet er sich mit seinem Gesicht dem Betrachter frontal zu. Er blickt sich selbst und auch uns unvermittelt in die Augen.

Der Maler zeigt sich hier nicht wie in einem anderen Selbstbildnis („Selbstporträt an der Staffelei“, Stans, Nidwaldner Museum) während der Arbeit und stellt sich auch nicht explizit als Künstler dar. Vielmehr scheint es ihm durch die Wahl des Bildausschnitts um eine Konzentration auf das Wesentliche zu gehen: um die Erforschung von Gesicht und wachem Blick. Die Malweise lässt zudem vermuten, dass Wyrsch sich in diesem Bild schnell und spontan hat erfassen wollen. Ganz anders als in seinen übrigen Werken kommt es ihm hier offenbar nicht um eine sorgfältige Abstufung der einzelnen Farbtöne an. Stattdessen gibt er mit einem dicken Pinsel und mit nur wenigen Farben die wichtigsten Züge wider. Die Textur der Gemäldeoberfläche ist rau, Licht und Schatten sind hart nebeneinander gesetzt.

Die spontane Malweise wie auch das jugendliche Aussehen des Künstlers rücken das Bildnis zeitlich in die Nähe zum „Bildnis Johann Carl Hedlinger“ (Inv.-Nr. E 49x), so dass man von einer Datierung des Selbstbildnisses um 1767 ausgehen kann.

Barbara von Flüe