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Ohne Titel (Meat Piece)
  • Paul Thek
  • Ohne Titel (Meat Piece), 1968

  • Wachs, Stahlkabel, Stahlkarabiner
  • 111 x 7 x 7 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 94.68w
  • © The Estate of George Paul Thek, New York
  • Jahr von: 1,968
  • Jahr bis: 1,968
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography

Thek beginnt ca. 1966 Fleischstücke aus Wachs zu formen, zu bemalen und sie mit einem Plexiglaskasten zu versehen. Über das Motiv der "Fleischstücke" sagt er retrospektiv in einem Interview: „Ich ging mir eine Jasper Johns-Ausstellung ansehen und sah, dass er mit Wachs arbeitete, und so begann ich, in Wachs zu arbeiten. Dann passierten die Fleisch-Stücke. Ich sah dieses Fleisch sehr klar an einer Wand, fast wie gekreuzigt, an der Wand hängen wie ein Bild. Die erste Skulptur war einfach ein Stück Fleisch in einem merkwürdigen Kasten. Nachdem ich das drei- oder viermal gemacht hatte, wurden die Stücke zu Quadraten auf Quadraten – eine Art Wortspiel mit den Albers-Bildern jener Zeit. Ich machte Fleisch in nahezu jeder denkbaren Weise, immer eingeschlossen in einem Käfig oder einem Kasten oder einem Rahmen. (…) In den glitzernden, protzigen Kästen – den Materialien der ‚Modernen Kunst’, die damals der letzte Schrei waren, Resopal und Glas und Plastik – war etwas, das sehr unangenehm, sehr furchteinflössend war und absolut real aussah.“ (1981)

Auf die wahrnehmungsverändernde Wirkung der Fleischstücke weist Thek bereits 1966 hin. Sie würden seine Empfindungen angreifen, „nicht wie im Falle eines Schocks. Ich arbeite mit dem Motiv [des Fleisches] um mich von ihm zu lösen, es ist wie wenn man versucht, den Herzschlag zu kontrollieren. Ich versuche etwas zu nehmen, das unberechenbar und glibberig ist – unkontrollierbar – um es dann zu kontrollieren. Es ist ein ziemliches Wagnis, einfach hinzugucken, ohne dass einem schlecht wird; aber alles muss genau angeschaut werden, einfach gesehen werden…“ (1966)

Das "Meat Piece" in der Sammlung des Kunstmuseums Luzern ist in Amsterdam entstanden und ist als Bestandteil des "Chicken Coop" im Stedelijk Museum und an den weiteren Stationen gezeigt worden (vgl. "Fishman").

Susanne Neubauer