deutschenglish
Walddurchblick
  • Adolf Stäbli
  • Walddurchblick, um 1877

  • Öl auf Leinwand
  • 27.1 x 37.7 cm
  • signiert unten rechts: "Ad Stäbli"
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der BEST Art Collection Luzern
  • Inv.-Nr. M 8x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,877
  • Jahr bis: 1,877
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Das in der relevanten Stäbli-Monografie von 1984 unter „Ölstudien“ eingeordnete Bild „Walddurchblick“ ist eine kleinformatige Leinwand, wie sie vom Maler vielfach direkt in der Natur, als Skizze für eine grössere Komposition, bearbeitet wird. Die intime Darstellung des Wäldchens lebt von starken hell-dunkel-Kontrasten, die sich insgesamt zu einem harmonischen Bild fügen. Während die Bäume teilweise in dunkler Fläche fast zu verschwinden drohen, sind die Lichtung im Vordergrund, die Blätter der Baumkronen sowie der Waldweg hinter den Bäumen mit sehr hellen Farben akzentuiert.

Stäbli bleibt trotz seiner Auseinandersetzung mit der französischen „plein air“-Malerei der Schule von Barbizon zeitlebens Ateliermaler. Er fokussiert in kleineren Ölskizzen auf Landschaftsausschnitte, die er jedoch kaum direkt für grosse Gemälde übernimmt. Auch im vorliegenden Fall findet sich in seinem Œuvre keine grossformatige Leinwand, die einen ähnlichen Ausschnitt wiedergeben würde. Vielmehr scheinen dem Künstler die relativ freien Studien als fragmentarische Gedankenstützen zu dienen, die er dann im Atelier mit anderen Entwürfen kombiniert und zu neuen Landschaftsansichten arrangiert. Dass Stäbli die Studien trotz Geldnot selten verkauft, sondern höchstens an Freunde und Bekannte verschenkt, lässt vermuten, dass er den Ölskizzen künstlerisch lediglich sekundäre Bedeutung beimisst.

Isabel Fluri