deutschenglisch
Jäger in Eichwaldlichtung
  • Robert Zünd
  • Jäger in Eichwaldlichtung, ohne Jahr

  • Öl auf Leinwand
  • 73.6 x 55.2 cm
  • signiert unten links: "R. Zünd"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 96.72x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'845
  • Jahr bis: 1'909
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur

Das Gemälde "Jäger in Eichwaldlichtung" war ein Motiv, das Robert Zünd in verschiedenen Variationen entwickelte, die interessante Hinweise auf die Kompositionsschemate des Künstlers geben. In zwei beinahe gleichgrossen "Skizzchen" (8.8 x 6.5 cm, bzw. 9.2 x 6.9 cm, Lichtmass), die als kolorierte Entwurfsskizzen gedacht waren, platziert der Maler den Jäger in einem Falle an den rechten Bildrand, im zweiten zwischen die mittlere und die rechte Eiche und damit genau in den "Goldenen Schnitt" des Bildes. In einer etwas grösseren Farbskizze, die in ihrer Komposition identisch mit dem ausgeführten Gemälde aus Privatbesitz ist, erhält der Jäger seine endgültige Position.

Der Entscheid Zünds, Staffagefiguren in den "Goldenen Schnitt" oder ausserhalb desselben zu setzen, ist ein Entscheid der Gewichtung. In der Regel bevorzugt es der Maler, seine Figuren harmonisch ins Bild zu binden und berücksichtigt deswegen sehr oft die Regeln des "Goldenen Schnittes". In der Komposition "Jäger in Eichwaldlichtung" ist dies nicht der Fall. In der vorbereitenden Skizze zu diesem Gemälde legt er einzig den Horizont auf einen Drittel der Bildhöhe, was ein mögliches, anderes Kompositionsschema darstellt, das er aber in der ausgeführten Fassung ebenso wenig beherzigt wie die vertikale Gliederung durch den "Goldenen Schnitt".

Susanne Neubauer