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Selbstbildnis des liegenden Malers
  • August Babberger
  • Selbstbildnis des liegenden Malers, um 1925

  • Öl auf Leinwand
  • 75.5 x 100.5 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 504x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,923
  • Jahr bis: 1,927
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Der Maler ist durch die Heirat seiner Frau Anna Maria Babberger-Tobler stark mit der Innerschweiz verbunden. Er wählt nicht nur die Bergwelt zum Bildthema, sondern er identifiziert sich mit ihr und wählt sie seit Mitte der 1910er Jahre auch zu seinem persönlichen Lebensraum während der Sommermonate. Die Sehnsucht nach Verschmelzung und Einswerden mit der Natur veranschaulicht das "Selbstbildnis des liegenden Malers". Babberger stellt sich in der nächtlichen Berglandschaft auf ungewöhnliche Art und ohne seine Malutensilien dar. Er zeigt sich in seinem Selbstporträt nicht in der Tätigkeit des Malers, sondern schlicht als liegender Mensch. So ruht die übergrosse dunkelgrüne Figur in seitlicher Pose unmittelbar vor einem markanten Bergmassiv und fixiert den Betrachter mit einem in Gedanken versunkenen Blick.

Ein Teil der Körperlinie entspricht der tiefblauen Konturlinie des dahinterliegenden gräulichen Bergrückens: links leicht ansteigend und steil abfallend auf der rechten Seite. Bis auf die Gesichtszüge des Malers sind sämtliche Bildelemente als reine Umrissformen aufgefasst und auf einfachste Grundformen reduziert. Im Hintergrund sticht das Scherhorn aus der blauschwarzen Nacht hervor, welches im "Urner-Kreis" zum magischen Symbol, zum heiligen Berg, erhoben wird. Als stereotypisches Erkennungsmerkmal besetzt es nicht nur zahlreiche Arbeiten Babbergers. Es kommt ebenso in Werken von Heinrich Danioth und Erna Schillig vor.

Mit dem Selbstbildnis vereint der Künstler zwei Themen: Der harmonische Einklang zwischen Mensch und Natur einerseits. Babberger ist seelisch und physisch mit der Bergwelt verbunden. Andererseits liegt dem Bild auch der Gedanke des Wohlergehens zu Grunde, des Aufgehobenseins in einer ihm vertrauten Umgebung, die er selbst zu seiner zweiten Heimat ernannt hat.

Cornelia Ackermann