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Bildnis Dr. Walter Minnich
  • Ignaz Epper
  • Bildnis Dr. Walter Minnich, 1937

  • Kohle auf Papier
  • 58.5 x 45 cm
  • bezeichnet, signiert und datiert unten rechts: "Für Frl. Minnich/Ign. Epper 1937"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 2006.10y
  • © Stiftung Ignaz und Mischa Epper, Ascona
  • Jahr von: 1,937
  • Jahr bis: 1,937
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Neben dem Holzschnitt dominierte die Zeichnung – meist mit Kohle oder Kreide – das Schaffen Ignaz Eppers. Ob er als Holzschneider oder als Zeichner arbeitete, stets sind die Themen von einer pessimistischen Weltsicht geprägt. Seien es religiöse Darstellungen, Grosstadt- oder Kriegsszenen, immer steht das Leiden des Menschen im Mittelpunkt. Eine thematische Nebenlinie bilden die Porträts. Ignaz Epper hat mehrere Holzschnitte und Zeichnungen mit düsteren Kopf- und Halbfigurenporträts seiner Freunde, Förderer und Künstlerkollegen geschaffen. Die Porträtzeichnung von Walter Minnich entstand 1937. Die starke Expressivität, die Eppers Schaffen in den 1910er und 20er Jahren bestimmte und mit denen er sich eine eigenständige Position innerhalb der Schweizer Kunst schuf, ist in den Dreissiger Jahren zusehends verflacht. Dennoch besticht das vorliegende Blatt durch die auch den Holzschnitten eigene Melancholie, mit der der Künstler den Kunstmäzen, drei Jahre vor dessen Tod, skizziert. Minnich, der von Epper mehrere Zeichnungen und Holzschnitte besass, begann sich in jenem Jahr von seiner aktiven Förderungstätigkeit zurückzuziehen. Im gleichen Jahr erfolgte auch die grosse Schenkung an das Kunstmuseum Luzern.

Christoph Lichtin