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Birke
  • Alois Lichtsteiner
  • Birke, 1998

  • Öl auf Leinwand
  • 220 x 180 cm
  • verso: signiert und datiert, auf Leinwand: "1998/6/A.Lichtsteiner/220 x 180"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 99.2x
  • © Alois Lichtsteiner
  • Jahr von: 1'998
  • Jahr bis: 1'998
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
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In den Jahren 1997 bis 2000 schafft Alois Lichtsteiner zahlreiche Bilder zum Motiv der Birke. Konkret bezieht er sich auf die Rinde, die im Unterschied zu derer anderer Bäume horizontal strukturiert ist. Indem er in seinen Arbeiten lediglich die Borke darstellt, verschwinden die Grenzen des Baumstamms aus dem Bild und zugleich wird dessen Rundung nicht mehr ersichtlich. In diesem sehr engen Ausschnitt kann das Motiv der Birke ohne Vorwissen kaum mehr erkannt werden. Die Unterscheidung zwischen Hintergrund und Vordergrund existiert in dem Zyklus der Birkenbilder nicht mehr.

Mit diversen „Farbabstufungen“ zwischen Schwarz und Weiss, schafft es Lichtsteiner die Vielfalt des Baumstammes zu vergegenwärtigen, ohne jedoch das Motiv konkret abzubilden. Die Birke ist zwar gegenständlich, in seiner Malerei wird sie jedoch nicht naturalistisch wiedergegeben, sondern in einer abstrakten Form. Die Unfarbigkeit dieses Zyklus bildet eine Neuheit in seinem Werk, welches zuvor vor allem aus farbigen Bildern bestand. Er verwendet die Farben Weiss und Schwarz und fügt ihnen jeweils drei oder vier verschiedene Grautöne bei. Diese sind bereits gemischt und werden nur noch aufgetragen. Durch diese diversen Abstufungen schafft Lichtsteiner ein Bild, das durch eine Vielfalt von Nuancen beherrscht wird.

Die Analogie zur Malerei als Materie, welche in Lichtsteiners Werk immer wieder zu finden ist, wird in den Birkenbildern besonders gut ersichtlich. Wie die Rinde des Baumes seinen hölzernen Stamm umfasst, so bedeckt die Malerei bzw. die Farbe die Leinwand. Die fein gerillte Struktur der Rinde, d.h. die eigentliche Haut des Baumes wird in seinen Werken zur Haut der Malerei.

Tamara Fullin