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Leitstern
  • Andreas Gehr
  • Leitstern, 1979

  • Metall, Polyester, Ton
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der Stadt Luzern
  • Inv.-Nr. GH 82.24w
  • © Andreas Gehr
  • Jahr von: 1,979
  • Jahr bis: 1,979
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography

Andreas Gehrs Werk mit dem Titel "Leitstern" wird getragen von einer Gegensätzlichkeit, die sich sowohl im Material, als auch inhaltlich manifestiert. Die Arbeit besteht aus zwei Teilen. Zum einen aus zahlreichen Tonscherben, die sich bei näherer Betrachtung als Fragmente von in Stücke geschlagenen Abgüssen eines nackten, männlichen Körpers entpuppen; sie stammen vom Körper des Künstlers selbst. Die Tonfragmente liegen über den Boden verteilt wie auf einem Band, dessen Breite sich durch die Spannweite des Sternes definiert. Dieser fünfzackige Stern aus polyesterbeschichtetem Stahl stellt den anderen Teil des Werkes dar. Auch er liegt am Boden und schliesst das Band aus Tonfragmenten auf einer Seite ab. In ihrer Materialität verkörpern die beiden Elemente einen Gegensatz: der wuchtige, kantige Stern aus Stahl steht der Fragilität der einzelnen Tonscherben gegenüber. In dieser Form ist das Werk 1979 im Kunstmuseum Luzern zum ersten Mal ausgestellt worden.

Die Formation erinnert an einen Kometen mit seinem Schweif, doch ist dieser inhaltlich nicht vollumfänglich zu deuten. Weist der Stern einen Weg, wie der Titel "Leitstern" es vermuten lässt? Bringt er Ordnung in das Durcheinander eines Trümmerfeldes? Doch wie ist das Bild der Zerstörung überhaupt zu verstehen? Hat derselbe Komet in die Erde eingeschlagen und mit seiner Wucht Leben zerstört? Der "Leitstern" trägt die Bedeutung von Zerstörung und Neuanfang zugleich in sich. Er scheint die beiden Pole zu einem unabdingbaren Zyklus zusammenzuschliessen wonach jeder Neuorientierung eine Demontage vorausgehen muss.

Fabienne Sutter