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Federigo
  • Arnold Böcklin
  • Federigo, 1855

  • Öl auf Karton
  • 15.5 x 15 cm
  • datiert im Bild Mitte rechts: "7 Jan/1855"
  • Kunstmuseum Luzern, Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Gottfried Keller-Stiftung, Bern
  • Inv.-Nr. E 57x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'855
  • Jahr bis: 1'855
Werkbeschrieb
Provenienz
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Literatur
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Die Gattung des Porträts nimmt im Werk Böcklins eine nur untergeordnete Stellung ein. Viel stärker ist es bestimmt durch die Landschaft und mythologische Szenen, und insbesondere deren Kombination. Trotzdem finden sich einige Porträts in seinem umfangreichen Werk. Neben Auftragsarbeiten – zahlreich während seiner Zeit in Basel von 1866 bis 1871 – handelt es sich vor allem um Selbstporträts und Bildnisse seiner Künstlerfreunde, sowie nicht wenige Bildnissen seiner Verwandten und nächsten Familienangehörigen.

Schon 1846 malt Böcklin nicht nur das Bildnis von Alexander Michelis, einem Mitschüler Böcklins an der Düsseldorfer Akademie, sondern auch ein Porträt seiner Mutter. Später folgen Darstellungen seiner Frau Angela, die er 1853 heiratet, aber auch Porträts der Kinder, die dieser Ehe erwachsen. Angela und Arnold Böcklin haben vierzehn Kinder, von denen jedoch nur sechs das Erwachsenenalter erreichen. Fritz, oder Federico, wird 1854 in Rom geboren, wo er schon ein Jahr später an Cholera stirbt. Böcklin malt den kleinen Jungen im Januar 1955, acht Monate vor seinem Tod. Er ist im Dreiviertelporträt dargestellt, den Blick leicht nach unten gerichtet. Auf dem Kopf trägt er eine Haube, die das Weiss des Lätzchens oder Mäntelchens, das er trägt, aufnimmt. Das Bild ist sehr klein – das Kleinkind nimmt den ganzen Bildraum ein – und ist in einer schnellen, einfachen und ungekünstelten Art gemalt, die von einer für Böcklin eher seltenen spontanen Intensität und Direktheit zeugt.

Sylvia Rüttimann