deutschenglish
Schiphol
  • James Welling
  • Schiphol, 1996

  • Inkjet Print auf Papier
  • 82 x 68 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 98.11q
  • © James Welling
  • Jahr von: 1,996
  • Jahr bis: 1,996
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Der Blick des Betrachters folgt auf dieser Fotografie einer sich in die Tiefe schlängelnden Deckenbeleuchtung. Neben der grell aufleuchtenden Lampe führt von der rechten oberen Bildecke aus, ein ebenfalls organisch geformtes, verzerrt gespiegeltes Element in den Bildhintergrund. In verschobenen Abständen verdoppeln sich die einzelnen Lampenabschnitte und führen dazu, dass die linke Kante der Deckenlampen nicht hart ausfällt, sondern sanft „nachleuchtet“, ehe wieder die Dunkelheit überhand gewinnt und das Bild zu beiden Seiten hin schwarz abschliesst. Helle und dunkle Partien sind prägnant voneinander getrennt.

Obschon der Betrachter fähig ist, den abgebildeten Beleuchtungskörper als Deckenleuchte wahrzunehmen, ist das Auge irritiert. Im Gegensatz zu gewohnten, gerade verlaufenden Deckenlampen, verläuft die hier abgebildete in einer leicht gewellten Form. Diese Uneindeutigkeit zwingt den Betrachter genau hinzuschauen. Um was handelt es sich bei dem verzerrt gespiegeltem Element? Wo befindet sich dieser Raum, der aus der Dunkelheit auftaucht und wohin führt er? Der Titel „Schiphol“ legt nahe, dass es sich um eine Aufnahme des gleichnamigen Amsterdamer Flughafens handelt. Trotz dieses möglichen Bezuges zu einer räumlichen Situation im Flughafen Schiphol, wirkt Wellings Fotografie durch die Spiegelung von jeder Örtlichkeit entrückt. Sie ist zu etwas Eigenem geworden, das es so scheinbar gar nicht gibt. Welling führt die Fotografie von der simplen Abbildung weg und kreiert eine neue Wirklichkeit. Doch mit dem Hinzufügen des Titels unterwirft Welling das Abgebildete wieder seinem (scheinbaren) Ursprung.

Anne-Laure Jean