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Mädchenbildnis
  • Heinrich Danioth
  • Mädchenbildnis, 1941

  • Öl auf Holzfaserplatte
  • 59.3 x 49 cm
  • signiert und datiert unten links mit Ölfarbe: "Danioth 41"
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der Bernhard Eglin-Stiftung
  • Inv.-Nr. M 81x
  • © 2005, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 1,941
  • Jahr bis: 1,941
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Zeit seines Lebens ist Heinrich Danioth fest mit dem Urnerland verankert. In seiner Arbeit als Künstler befasst er sich mehrheitlich mit Themen seiner Heimat und versucht diese bildnerisch, ohne jegliches Pathos, umzusetzen. Dazu gehören auch Bildnisse der Urner Bergbevölkerung: bodenständige Menschen, die in einfachen Verhältnissen in der Enge des Tales leben.

Vereinfacht und ausdrucksstark schält Danioth die Wesenszüge seiner Modelle heraus. Dies trifft auch auf das "Mädchenbildnis" von 1941 zu, das im Oeuvreverzeichnis von 1973 auch mit "Fräulein L." beziehungsweise mit "Fräulein Lauener" bezeichnet ist. Das Brustbild, welches fast den ganzen Bildraum füllt, zeigt das Mädchen vor hellblauem Hintergrund in einem schlichten dunkelblauen Kleid mit hellbraunem Kragen. Danioth verzichtet auf jegliche dekorative und attributive Momente.

Das Porträt wird beherrscht von der Strenge der Komposition. Der Kopf des Mädchens ist nur ganz leicht nach links abgedreht. Die nahezu rechteckige kantige Kopfform wirkt konstruiert, die skizzenhaft ausgeführte dunkle Frisur gekünstelt. Die herben Gesichtszüge, der abwesende, distanzierte, in die Ferne gerichtete Blick mit weit geöffneten Augen schliessen auf ein verhaltenes, unzugängliches Wesen, welches sich deutlich von lieblichen Kinderporträts unterscheidet. Und doch liegt über der Darstellung, unterstützt durch die ineinanderfliessenden blauen Flächen, ein Hauch von Poesie und Verträumtheit.

Cornelia Ackermann