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Hagar
  • Max Pechstein
  • Hagar, 1920

  • Öl auf Leinwand
  • 91.5 x 117 cm
  • signiert und datiert oben rechts, mit Ölfarbe: "HMP 1920"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 355x
  • © 2005, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 1,920
  • Jahr bis: 1,920
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Wie bereits das Ölgemälde „Frauen mit buntem Teppich“ sind auch bei „Hagar“ Spuren von Pechsteins Reise in die Südsee im Jahre 1914 zu finden. Dies wird vor allem in der Darstellung der sitzenden Frau deutlich, die Züge einer Eingeborenen aufweist. Da Pechstein auch dieses Bild erst nach seinem Palau-Aufenthalt gemalt hat, haben ihm Modelle aus seinem Bekanntenkreis zur Verfügung gestanden.

Mutter und Kleinkind besetzen den Bildraum und nehmen eine dominante Rolle ein. Sie sind umgeben von einer kargen Landschaft. Die Horizontlinie ist sehr hoch angesetzt. Entsprechend schmal ist die Himmelszone. Hagar, versehen mit buntem Kopftuch, trägt ein schlichtes helles Kleid mit Umhang, der den Kopf des schlafenden Kindes auf ihrem Schoss bedeckt. Das Figurenpaar scheint verlassen und einsam in der Landschaft und erinnert so an die Magd Hagar und den jungen Ismail, die von Abrahams eifersüchtigen Frau Sara vertrieben wurde.

Das Wesentliche ist in zügigen Pinselstrichen festgehalten. Im Vergleich zu den ebenfalls 1920 gemalten „Frauen mit buntem Teppich“ verzichtet Pechstein hier auf dekorative Elemente und auf intensive Farben. Durch die Reduzierung der Formen und Flächen wird die Unmittelbarkeit der Mutter-Kinddarstellung gesteigert.

Cornelia Ackermann