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Maria mit Jesus und Johannes
  • Hans Heinrich Wägmann
  • Maria mit Jesus und Johannes, 1617

  • Öl auf Holz
  • 220 x 134 cm
  • signiert und datiert unten Mitte: "IOA:HEIN:WEGMA:PICToR ET INVENToR. MDCXII."
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 61x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'617
  • Jahr bis: 1'617
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
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Die Gottesmutter Maria sitzt, von einer weiten Landschaft umgeben, auf einem Thron. Das Haupt und der Blick sind dem Betrachter zugewandt. Ihr gewelltes, blondes Haar ist von einer phantastischen Blattkrone geschmückt. Mit ihrer linken Hand, welche auf einer Weltkugel ruht, hält sie ein Szepter. Das auf ihrem Schoss sitzende Jesuskind wendet sich mit einem kindlichen Segensgestus Johannes d. T. zu, der mit Trauben und einem kleinen Lamm dem Paar entgegeneilt. Das Figurendreieck, das sich im Vordergrund des Bildes befindet, ist von einer weiten Landschaft umgeben. Am linken Rand des Bildes leiten Sträucher und eine Baumgruppe zu der im Hintergrund schwach erkennbaren Bergkette. Diese und die Landschaft im Allgemeinen sind in schemenhafter Weise diffus und flächig dargestellt. Am rechten Rand des Mittelgrundes befindet sich ein kleines Haus mit Walmdach, das, nach Angaben der Literatur, dem Hospiz von Werthenstein gleicht und ebenso auf einem Bild der Kapellbrücke (Nr. 18) wiederzufinden ist. Die Sonne hat sich hinter das Haupt der Himmelskönigin gesenkt und umgibt ihr Antlitz mit ihren Strahlen. Die obere Hälfte des Gemäldes zeigt schliesslich eine musizierende Engelschar auf einem Wolkenbett. Datiert und signiert ist das Gemälde im unteren, zentralen Bereich der Holztafel: „IOA. HEIN. WEGMA. PICTOR ET INWENTOR. MDCXVII“ (Johann (Hans) Heinrich Wegmann Maler und Erfinder 1617).

1617 erhielt Hans Heinrich Wägmann den Auftrag, zwei Altartafeln für die Seitenaltäre der Pfarrkirche St. Wendelin in Greppen zu malen. Das Gegenstück stellt eine „Verkündigung an Maria“ dar. Beide Tafeln befanden sich an ihrem ursprünglichen Standort bis die Seitenaltäre 1831 ersetzt und gleichzeitig mit neuen Gemälden ausgestattet wurden. Danach wurden sie erst wieder 1869 anlässlich einer Jubiläumsausstellung der Luzerner Kunstgesellschaft der Öffentlichkeit gezeigt. Um 1893 befanden sich beide Tafeln im Besitz eines Herrn Egli aus Luzern, bis sie zu einem unbestimmten Zeitpunkt vor 1916 von der Kunstgesellschaft Luzern angekauft wurden – was eine Aufführung beider Tafeln im Bestandskatalog der Luzerner Kunstgesellschaft desselben Jahres bestätigt.

Geneviève Hertzog