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Orangen
  • Hans Emmenegger
  • Orangen, 1911

  • Öl auf Leinwand
  • 33 x 46.4 cm
  • signiert und datiert unten rechts: " H. EMMENEGGER 1911."
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 94.4x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'911
  • Jahr bis: 1'911
Werkbeschrieb
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Im Schaffen Emmeneggers nimmt die Gattung des Stilllebens eine bedeutende Rolle ein. In seinem eigenhändig geführten Werkverzeichnis sind bis Mitte der 1920er Jahre ca. 50 Stillleben erfasst. Darunter befinden sich zahlreiche Gemüse-, Blumen- und Früchtestillleben. Das „Stillleben mit Orangen“ entsteht 1911, während eines zweimonatigen Aufenthaltes in Südfrankreich. Wie aus einem 1911 erfolgten Tagebucheintrag hervorgeht, übt Hans Emmenegger jedoch selbst Kritik an diesem Werk. Er vergleicht seine Orangen mit "Billiardkugeln", die eine zu "plastische" Wirkung haben.

Kunstvoll angelegte Arrangements, wie sie aus der Tradition der Stillleben bekannt sind, interessieren Emmenegger nicht. Er konzentriert sich auf die Vereinfachung und Reduzierung der Bildinhalte. Im Falle der "Blumenschale" (Inv. Nr. 94.158x) beispielsweise rückt er einen einzigen Gegenstand ins Bildzentrum. Alle seine Stillleben zeugen von einem klaren, schlichten Aufbau. Dies zeigt sich auch in der Komposition mit den Orangen. Die Zitrusfrüchte, in satten, differenziert gemalten Orangetönen, heben sich vom farblosen kühlen Hintergrund ab und haben kaum einen Bezug zum Raum. Von der Tischfläche, auf der die sechs zu einer Vierer- und zu einer Zweiergruppe arrangierten Orangen vermutlich liegen, ist die rosaweiss gestrichelte Tischkante nur vage im Bildvordergrund auszumachen. Den Stillleben von Emmeneggers Zeitgenossen ist ebenfalls die schlichte Inszenierung, die Einfachheit der Darstellung gemeinsam. Bei Emmenegger spielt dabei der Realitätsbezug, der an Félix Vallottons kühlen Realismus erinnert, eine wichtige Rolle.

Das Stillleben stammt aus dem Besitz der Familie Giovanni Giacometti, die das Bild von Emmenegger erworben haben. 1994 wird das Gemälde über das Auktionshaus Christie's ersteigert und gelangt so ins Kunstmuseum Luzern.

Cornelia Ackermann