deutschenglisch
Ohne Titel
  • Josef Maria Odermatt
  • Ohne Titel, 1998

  • Eisen geschmiedet, geschweisst
  • 13 x 65 x 33 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 2001.2w
  • © Josef Maria Odermatt
  • Jahr von: 1'998
  • Jahr bis: 1'998
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur

Josef Maria Odermatts neuste Werkgruppe, die ab der Mitte der 1990er Jahre entsteht, besteht aus massiven, fest am Boden haftenden, blockartigen Plastiken, bei welchen lineare, kubische Formen mit gebogenen, ebenfalls kantigen Eisenstäben kombiniert werden. Die einzelnen Elemente werden bei den verschiedenen Objekten in einer Vielzahl von Variationen kombiniert. Die Biegungen der Stäbe erfolgt zu höchstens 180 Grad, so dass sich diese zu einem U bilden.

Die vorliegende Arbeit zeigt eine Entwicklungstendenz, die sich in den letzten Jahren verstärkte: Die kubische, zuvor meist vertikal ausgerichtete Form wird zugunsten einer horizontalen, flachen Orientierung aufgegeben. Zu sehen sind drei identische, leicht gebogene Stäbe, die waagrecht nebeneinander angeordnet sind und durch zwei rechtwinklig angrenzende massive Quader miteinander verbunden werden. Durch das leicht nach oben gewölbte Mittelteil und die seitliche Begrenzung erhält die ausgesprochen flache Plastik ganz im Sinn der gesamten Werkgruppe eine Spannung der Kräfte. So bleibt unklar, ob die mittleren Stäbe gegen den Druck der äusseren Quader zum Boden drängen, oder ob umgekehrt die massiven äusseren Quader die an sich zentnerschweren Stäbe in die Höhe treiben.

Die neuen Arbeiten weisen sehr strenge und geometrische Erscheinungsformen auf, bei welchen organische Wirkungen kaum vorhanden sind – anders als dies bei Odermatts früheren Arbeiten der Fall ist. Diese neuen Plastiken ruhen, befreit von Inhalt, in ihrem minimalistischen Dasein; ihre Essenz liegt im Erzeugen von Spannung und gleichzeitigen Finden von Harmonie durch formale Ausgewogenheit.

Seraina Werthemann