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Pietà mit den drei Marien und dem heiligen Franziskus
  • Unbekannter Meister des 16. Jh.
  • Pietà mit den drei Marien und dem heiligen Franziskus, um 1500

  • Öl auf Holz
  • 108 x 78 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 457x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,490
  • Jahr bis: 1,510
Description
Provenance
Exhibition History
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Other

Der Begriff Pietà (italienisch: Frömmigkeit, Mitleid) beschreibt in der bildenden Kunst die Darstellung der aufrecht sitzenden Maria, die den Oberkörper des leblosen Jesu Christi auf ihrem Schoss stützt. Das Motiv, welches zuerst in der plastischen Kunst zu finden ist (vgl. Coburger Pietà um 1320, Naumburger Pietà um 1330, Erfurter Pietà um 1340), gründet in der verstärkten persönlichen Hinwendung zum Leiden Christi und zum affektiven Schmerz seiner Mutter und zählt zu den erfolgreichsten Bildfindungen des späten Mittelalters.

Das vorliegende Gemälde, das um 1500 entstanden ist, zeigt keine Pietà im strengen Sinne, sondern verschränkt sich mit anderen Bildthemen. Die Marterwerkzeuge, die auf dem Boden liegen, bezeugen die Umstände des gewaltsamen Todes Christi: mit dem Hammer wurde der Menschensohn an das Kreuz genagelt, mit der Zange wurden die Nägel gezogen und der Leib vom Kreuz entfernt. Im Kelch befindet sich die Salbe für die Salbung des Leichnams. Die zusätzlichen Figuren (Maria Magdalena, Maria Kleophas und der heilige Franziskus) klingen das mehrfigurige Motiv der "Beweinung" an.

Denise Frey