deutschenglisch
Verkündigung an Maria
  • Hans Heinrich Wägmann
  • Verkündigung an Maria, 1617

  • Öl auf Holz
  • 221 x 133.5 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 62x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'617
  • Jahr bis: 1'617
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
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Die Altartafel zeigt in der oberen Bildhälfte eine Engelschar in einem von Licht durchfluteten Wolkenmeer. Der Verkündigung des Engels Gabriel beiwohnend, schweben sie aus den Wolken zur Jungfrau herab, den Heiligen Geist in Form einer Taube und das Jesuskind mit dem Kreuz der Erlösung in ihrer Mitte begleitend. Maria, die in der rechten unteren Ecke der Tafel dargestellt ist, wird während ihrer Gebetszeit von der himmlischen Gestalt aufgesucht. Sie blickt von ihrer Lektüre auf und wendet sich dem Besucher zu, der sich in der linken Bildzone befindet. Ihr Kopf und Blick sind in demütiger Haltung gesenkt, mit der rechten Hand hält sie ihren Schleier vor das Gesicht. Der auf einer Wolke stehende Engel deutet auf den heiligen Geist, der im Zentrum des Bildes von einem Strahlennimbus umgeben ist, und überbringt Maria die Freudenbotschaft.

Kein anderes erhaltenes Bild von Hans Heinrich Wägmann zeigt eine ähnliche Dynamik in der Komposition. Die übersteigerten Bewegungen und wild wehenden Gewänder sind für die Malart des Künstlers ausserordentlich und vermögen die Dramatik des Augenblicks umso gezielter zu vermitteln. Als Vorlage dürfte eine Verkündigungsdarstellung von Cornelis Corts nach Tizian gedient haben. Die Marienfigur erscheint auf Wägmanns Gemälde spiegelverkehrt, die Handhaltung und das Motiv des Schleiers sind allerdings beinahe identisch. Der Rest des Gemäldes unterscheidet sich jedoch beträchtlich von der Originaldarstellung.

Die Altartafel entstand 1617 aufgrund eines Auftrages für die Ausstattung zweier Seitenaltäre für die Pfarrkirche St. Wendelin in Greppen. Ihr Gegenstück zeigt „Maria mit Jesus und Johannes“. Beide Tafeln befanden sich an ihrem ursprünglichen Standort, bis die Seitenaltäre 1831 ersetzt und gleichzeitig mit neuen Gemälden ausgestattet wurden. Danach wurden sie erst wieder 1869 anlässlich einer Jubiläumsausstellung der Luzerner Kunstgesellschaft der Öffentlichkeit gezeigt. Um 1893 befanden sich beide Tafeln im Besitz eines Herrn , aus Luzern bis sie zu einem unbestimmten Zeitpunkt vor 1916 von der Kunstgesellschaft Luzern angekauft wurden – was eine Aufführung beider Tafeln im Bestandeskatalog der Luzerner Kunstgesellschaft desselben Jahres bestätigt.

Geneviève Hertzog