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Lina
  • Chaïm Soutine
  • Lina, 1928

  • Öl auf Leinwand
  • 38 x 46 cm
  • signiert unten links, mit roter Ölfarbe: "Soutine"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 367x
  • © 2005, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 1,928
  • Jahr bis: 1,928
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

"Lina" ist ebenfalls, wie bereits beim "Zimmermädchen" (Inv. Nr. 367x) beschrieben, ein charakteristisches Werk der Jahre 1927 bis 1929. Ab 1926 hält sich Soutine bei den Porträts in Bezug auf die Bildkomposition eher an die klassischen Vorbilder. So ist das Bildnis von Lina zentrales Motiv, einfach aufgebaut und auf wenige Elemente reduziert. Die rote Farbe des Kleides sowie die Fleischfarbe des Gesichtes dominieren, während das glänzende Schwarz der Haare in den dunklen, grün und blau gemischten Hintergrund übergeht. Durch den Malgestus wirkt das Bild dynamisch. Bewegung entsteht vor allem auch durch die auffällig überzeichnete Nase, Lina wird kaum eine solche gehabt haben. Auch andere Stellen korrigiert Soutine über die erste schnelle Pinselnotierung in eine Verzerrung, ohne dabei diesen Vorgang zu verdecken, so z.B. bei der Schulterpartie oder der beinahe schraubenartigen Bewegung, die sich vom Nacken bis in die Haarpartie durchzieht und als zentrierender Faktor wirkt. Diese Dynamik erzeugt eine ganz eigene Ausstrahlung des Frauenbildnisses. Soutine malt, in seiner ihm eigenen Malsprache, mit Schnelligkeit und Direktheit „durch das Modell hindurch“ seine eigene Optik der Welt. Er lädt die Bilder mit persönlicher, ekstatischer Gefühlswelt auf, ohne dabei Bildvorstellungen verwenden zu müssen, die diese Gefühle illustrieren.

gekürzter und überarbeiteter Katalogtext von Martin Kunz, 1983