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Café des Vignerons
  • Wilhelm Gimmi
  • Café des Vignerons, 1943

  • Öl auf Leinwand
  • 92.5 x 73 cm
  • signiert und datiert oben links: "Gimmi 43"
  • Kunstmuseum Luzern, Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur, Bern
  • Inv.-Nr. C 28x
  • © Fondation Wilhelm Gimmi, Musée Jenisch, Vevey
  • Jahr von: 1'943
  • Jahr bis: 1'943
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
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Mehrfigurige Interieurdarstellungen sind in Gimmis Œuvre von der zweiten Schaffensphase an, als das Figurenbild in den Mittelpunkt rückt, gängiges Motiv. Mit dem Umzug in die Schweiz nach Chexbres ändern sich allerdings die dargestellten Räume und Personen. Sind es in Paris Ateliers, Cafés und Manegen, die Akte, Künstler, die wohlgekleidete Bourgeoisie oder Artisten beherbergen, rückt in Chexbres vor allem das ländliche Volk ins Bild, welches sich nach der Arbeit in einfachen Schankräumen trifft; die Gruppierung von Winzern oder Bauern um einen nackten, oft aus überhöhter Perspektive dargestellten Holztisch wie im „Café des Vignerons“ wird in der dritten Schaffensphase ein Lieblingsthema des Künstlers. Die Protagonisten dieser konkreten Runde kehren in anderen Gemälden in anderer Konstellation wieder, beispielsweise in „Le buveur et la servante“, 1943.

Das Interesse für solche alltäglichen, unaufgeregten Motive ist charakteristisch für Gimmis Schaffen. Bezeichnend dabei ist, dass der Künstler stets darauf bedacht ist, aus diesen Szenen jegliche erzählerischen oder anektdotischen Elemente auszuschliessen. Im „Café des Vignerons“ und seinen Pendants fällt dies besonders ins Auge: Jeder Teilnehmer der auf den ersten Blick geselligen Runde ist auf sich selbst bezogen, ja in sich selbst versunken. Zwischen den Figuren gibt es keine Kommunikation, vielmehr liegt über dem Raum eine grosse Schweigsamkeit. Die Zeit scheint stillzustehen.

Anne-Christine Strobel