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Der Holzer
  • Heinrich Danioth
  • Der Holzer, 1944

  • Öl auf Leinwand
  • 110 x 90.3 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern, Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Gottfried Keller-Stiftung, Bern
  • Inv.-Nr. EM 83.1x
  • © 2008, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 1,944
  • Jahr bis: 1,944
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Heinrich Danioth selbst erklärt die Holzer, Hirten, Jäger, die Fuhrknechte und die vagabundierenden Taglöhner zu seinen bevorzugten Modellen. Es sind einfache Leute, die er darstellt. Dazu gehört auch der Holzer auf dem Bild, der mit geschulterter Säge durch den Winterwald schreitet. In winterfester Arbeitskleidung, mit Mütze, weissem Wollschal, und Handschuhen versehen, trotzt er der klirrenden Kälte, welche durch die subtil gewählten Blautöne zum Ausdruck gebracht wird. Ein Hund begleitet den in Gedanken versunkenen Waldarbeiter. Beide sind in einer stilisierenden Formensprache gestaltet, mit unzähligen Linien bearbeitet und in einem skizzenhaft lockeren Pinselduktus gemalt.

Auffällig ist das über das ganze Bild gelegte vertikale Liniengefüge der Baumstämme, das durchbrochen wird von der abgerundeten Bergkuppe im Hintergrund und vom gebogenen Sägeblatt, das auf die bald hinter dem Hügel verschwindende Sonne gerichtet ist. Ein letztes Mal schimmert die Sonne durch das Waldesinnere, bevor die Dämmerung einbricht. Der Holzer passt sich farblich und formal geradezu den Baumstämmen an und wird Teil der Natur. Auf diese Weise veranschaulicht Danioth gleichzeitig die anstrengende und existentielle Tätigkeit des Holzers.

Danioth strebt nicht danach, Helden auf die Leinwand zu bannen. Er stellt seine Protagonisten kaum als überzeichnete heroische Arbeiter dar wie es beispielsweise in Ferdinand Hodlers "Holzfäller" (Kunstmuseum Luzern) zum Ausdruck kommt. Er selbst schreibt: "Im Schicksal dieser kleinen Sonderlinge suche ich nach den grossen allgemeinen Werten des Menschseins." Ein weiteres Bild von Danioth, "Die Hirtin" (Kunstmuseum Luzern), kann wie der "Holzer" auch zu diesem besonderen Menschenschlag, den gesellschaftlich Unterprivilegierten, gezählt werden.

Cornelia Ackermann