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Landschaft (Montreux)
  • Anton Faistauer
  • Landschaft (Montreux), 1922

  • Öl auf Leinwand
  • 62 x 51.2 cm
  • signiert und datiert oben rechts: "A. Faistauer/1922"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 361x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,922
  • Jahr bis: 1,922
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Auf dem 1922 entstandenen Landschaftsbild ist im Hintergrund deutlich die massive Bergkette um die Rochers-de-Naye bei Montreux am Genfersee sichtbar. Im Vordergrund ist die angedeutete Stadtarchitektur einschliesslich eines Wasserkanals erkennbar. Faistauers Malweise orientiert sich stark an der Natur, er bildet sie jedoch nicht realistisch ab, sondern vereinfacht ihre Form und versucht deren farbige Wirklichkeit stetig zu steigern. Dabei interessiert ihn nicht die gewaltige Natur, vielmehr fasziniert ihn die ausgeglichene, in sich ruhende Landschaft.

Faistauer hat sich schon früh mit der französischen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts auseinander gesetzt. Beim Besuch der Impressionisten-Ausstellung in der Wiener Secession, 1903, kommt er erstmals mit dem Werk Cézannes in Kontakt. Der als Schriftsteller tätige Faistauer notiert in seinen Kunstbetrachungen über Cézanne, dass dieser die Natur in ihrer unerhörten Gewalt in das Bild einzufangen vermag und diese mit Hilfe der einfachen Mittel von Farbe und Pinsel auf die Leinwand bringen kann. Ein guter Maler hat nach Faistauers Auffassung gleichzeitig ein Architekt zu sein, da ein Bild wie ein Haus gebaut sein sollte, dessen Hauptstützpunkte aus Licht und Farbe bestehen. Der traditionsbewusste Maler orientiert sich an den Errungenschaften Cézannes und entwickelt diese weiter. Die Farbe wird so zum beherrschenden Mittel seiner Kunst.

Sein Frühwerk ist von schweren Farbtönen geprägt, die mit pastosem Pinselstrich aufgetragen werden. In den zwanziger Jahren wird die Farbpalette Faistauers bunter: leuchtende Blautöne, Dunkelrot und Grün werden vermehrt verwendet. Ab 1925 fliesst noch mehr Helligkeit in die Bilder. Auf den silbrig flimmernden Landschaften seiner letzten Italienreise (1929) wird die Darstellung des Lichts zur neuen Herausforderung für Faistauer.

Melanie Rui