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Das Breithorn
  • Ferdinand Hodler
  • Das Breithorn, um 1911

  • Öl auf Leinwand
  • 67 x 89 cm
  • signiert unten rechts: "F Hodler"
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der BEST Art Collection Luzern
  • Inv.-Nr. M 46x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,910
  • Jahr bis: 1,912
Description
Provenance
Exhibition History
Other

Das Breithorn ist einer der markantesten Berge in der Alpen-Hauptkette zwischen Berner Oberland und dem Wallis. In unmittelbarer Nachbarschaft rechts der Jungfrau gelegen, erhebt es sich bis auf 3785 Meter über Meer. Hodler malte das Motiv in drei Fassungen (Kunstmuseum St. Gallen und Privatbesitz) von einem Standort im Oberländer Dorf Mürren, einem damals bereits sehr bekannten Touristenort. Alle dürften anlässlich desselben Aufenthaltes entstanden sein. Der Künstler hat den Blick von Norden her in Richtung Wallis festgehalten, dessen Kantonsgrenze unmittelbar auf dem Kamm liegt.

Beschränken sich die beiden anderen Fassungen auf die Silhouette des Breithorns, zeigt das Luzerner Gemälde als einziges neben dem Hauptmotiv zu beiden Seiten auch die Flanken der angrenzenden Höhen. Links ist der Firn des Schmadrijochs zu sehen, auf der rechten Seite der Wetterlucken-Gletscher und der Ansatz des Tschingelhorns.

In der Art der Hochgebirgsfotografen jener Zeit bannt Hodler etwa seit 1906 in Close-up-Manier Berge auf die Leinwand – ein Vorgehen, das ihn endgültig und weit über die Heimat hinaus als Alpenmaler berühmt machen sollte. So holte er die Bergriesen nicht nur zum Greifen nahe heran, sondern er behandelte sie wie Bergindividuen und verlieh ihnen zugleich unnahbare Ruhe und Strahlkraft. Dazu trägt auch die alle überflüssigen Details vernachlässigende symmetrische Komposition bei. Diese „Porträts“ faszinierten schon die Zeitgenossen und haben bis heute nichts an künstlerischer Kraft und Suggestion eingebüsst, ja beim Anblick dieser Berge denkt mancher unwillkürlich an die Hodlerschen Bilder.

„Das Breithorn“ kam ebenso wie die dritte Fassung des „Tags“ aus dem Besitz des Neuenburger Schokolandenfabrikanten Willy Russ-Young und konnte 1935 von der Bernhard-Eglin-Stiftung angekauft werden.

Matthias Fischer