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Kinderbildnis
  • Josef Reinhard
  • Kinderbildnis, 1822

  • Öl auf Holz
  • 92.5 x 100 cm
  • signiert und datiert verso: "Reinhard 1822"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 396x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'822
  • Jahr bis: 1'822
Werkbeschrieb
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Literatur
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Das zwei Jahre vor seinem Tod gemalte Bild mit den beiden auf einem Stein sitzenden Kindern gehört mit zu den besten des Künstlers. Es herrscht eine Farbigkeit und Leichtigkeit vor, die in Reinhards Œuvre einmalig ist. Die rotbraune Tonigkeit, die sonst sein Werk bestimmt, ist völlig verschwunden. Die beiden Kinder, deren Köpfe nah beieinander, aber leicht in entgegen gesetzte Richtung gedreht sind, schauen mit leicht melancholischem Blick aus dem Bild heraus. In voller Konzentration haben sie sich für den Porträtmaler hingesetzt. Reinhard schenkt den beiden jugendlichen Gesichtern die ganze Aufmerksamkeit. So ist nicht nur die Kleidung malerisch weniger ausgeführt als das Gesicht, sondern auch die Hände. Dieses Detail ist allerdings nicht untypisch für den Künstler. Hände sind in seinen Bildern oft unter Kleidern versteckt oder, wie im „Kinderbildnis“, schematisch gemalt. Wie die stilisierten Hintergründe setzt er auch dieses Gestaltungsschema ein, um den Ausdruck des Gesichtes hervorzuheben. Das Bild ist auf eine dicke Holzplatte gemalt und war wohl ursprünglich Teil einer Wandtäfelung.

Christoph Lichtin