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Ohne Titel (Bugs Bunny)
  • Alighiero Boetti
  • Ohne Titel (Bugs Bunny), 1993

  • Mischtechnik auf Papier, Auflage: 25 signierte Unikate
  • 70.4 x 49.8 cm
  • signiert unten rechts, mit Bleistift: "alighiero e boetti"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 93.4y
  • © 2005, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 1'993
  • Jahr bis: 1'993
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
Weiteres

1993 kreiert Alighiero e Boetti zu seiner Retrospektive „Alighiero e Boetti 1965-1991. Synchronizität als ein Prinzip akausaler Zusammenhänge“, die neben Bonn und Münster auch in Luzern Halt macht, die Edition „Bugs Bunny“ in einer Auflage von 25 Stück. Obwohl es sich bei den Blättern um Unikate handelt, sind sie alle nach demselben zweiteiligen Schema aufgebaut: auf der linken Seite lehnt sich die rübenknabbernde Comicfigur Bugs Bunny an die ein wenig links von der Mitte gezogene Linie und so an die durch diese abgetrennte rechte Seite. Es sind zwei Gegensätze, die hier aufeinander prallen. Da ist einerseits die fast leere linke Seite, auf der sich nur die Comicfigur befindet und die überfüllte, mit Schablonen aufgebrachten Tieren, Farbklecksen, Zeichen, Zeichnung und Schrift versehene rechte Seite.

In ihrer Machart erinnert diese Edition an frühere Arbeiten wie "Extra Strong", "La Natura una Faccenda Ottusa" und den 1990 für die Biennale in Venedig hergestellten Fries. Die Edition lehnt sich andererseits an die 7-teilige Serie Bugs Bunny von 1989 an, die dieselbe Zweiteilung wie die Edition zeigt, sich jedoch in der Ausführung der rechten Seite unterscheidet. Anstatt von Tieren zeigt diese Serie eine mit Zeitungsausschnitten, Fotografien des Golfkriegs und der bosnischen und kroatischen Guerilla überklebte, bemalte und überschriebene rechte Seite. Den beiden Arbeiten ist jedoch gemein, dass sie in ihrer Zweiteiligkeit Boettis Idee der Dualität Ausdruck geben. Es ist Boettis Überzeugung, dass alles zwei gegensätzliche Seiten in sich vereint, eine Idee, der der Künstler am eindrücklichsten durch die Verbindung seines Vor- und Nachnamens mit „und“ Ausdruck gegeben hat, die aber vor allem auch in allen seinen Werken auszumachen ist.

Sylvia Rüttimann