deutschenglish
Porträt Dr. Minnich
  • Max Pechstein
  • Porträt Dr. Minnich, 1925

  • Öl auf Leinwand
  • 73.9 x 55.4 cm
  • signiert und datiert oben links, mit Ölfarbe: "MP 25"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 353x
  • © 2005, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 1,925
  • Jahr bis: 1,925
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Die Darstellung des Menschen interessiert Pechstein von Anfang an. In seinen zahlreichen Selbstporträts und den Bildnissen von Freunden und Bekannten versucht er etwas von der Persönlichkeit, etwas vom Wesen des Dargestellten einzufangen. Dies kommt auch im pastos gemalten „Porträt Dr. Minnich“ zum Ausdruck. Aus dem in dunklen Blau- und Grüntönen gehaltenen Hintergrund lässt Pechstein das hell beleuchtete Gesicht Walter Minnichs hervorheben. Er stellt seinen langjährigen Freund und Kunstförderer als einen grosszügigen, aufgeschlossenen Mann mit einem warmherzigen Blick dar. Diese Wirkung entsteht durch den starken Blau-Gelb-Rot-Kontrast. Walter Minnich erwirbt in den 1920er Jahren einige wertvolle Bilder Pechsteins, die 1936 Eingang in das Kunstmuseum Luzern finden.

Walter Minnich stammt aus einer kulturell gebildeten Badener Ärztefamilie. Bereits sein Grossvater und Vater waren den Künsten sehr zugetan. Minnichs leidenschaftliches Interesse gilt sowohl der alten als auch der modernen Kunst. Als praktizierender Arzt in Montreux fördert Minnich neben Pechstein weitere Künstler. Vor seinem Rückzug nach Vicenza, wo er 1940 stirbt, übergibt er 1936 dem Kunstmuseum Luzern wertvolle Werke seiner Sammlung im Hinblick auf eine spätere Schenkung. Seine damals in Luzern lebende Tochter Alice Minnich ist mit dem Vollzug dieser Schenkung beauftragt. In den kommenden Jahren verändert sich der Bestand der beabsichtigten Schenkung. 1944 geht ein umfangreicher Teil der Sammlung, ergänzt mit Werken aus dem Besitz von Alice Minnich definitiv in den Besitz des Kunstmuseums Luzern über. Neben der Werkgruppe von Pechstein umfasst die Sammlung Minnich weitere Gemälde unter anderem von Chaim Soutine, Moritz Melzer, Raoul Dufy und Maurice Vlaminck.

Cornelia Ackermann