deutschenglish
Hände (Die Vermittlung zwischen dem Oberen und dem Unteren)
  • Sigmar Polke
  • Hände (Die Vermittlung zwischen dem Oberen und dem Unteren)

  • Offsetdruck in Schwarz auf Papier mit Elefantenhautdesign
  • u. r. S. Polke
  • Inv.-Nr. 87.98:2z
  • Jahr von: 1,973
  • Jahr bis:
Description

1973 schafft Sigmar Polke für die Griffelkunst-Vereinigung in Hamburg-Langenhorn eine Serie von sechs Offsetdrucken, von welchen das Kunstmuseum Luzern neben einer Arbeit aus dem Jahr 1971 vier Blätter besitzt. Als gemeinnütziger, kultureller Verein 1925 gegründet, realisiert die Griffelkunst-Vereinigung Editionen preiswerter grafischer Blätter, um das breite Interesse an der bildenden Kunst und die Freude am Sammeln zu fördern und zugleich Künstlerinnen und Künstler zu druckgrafischen Arbeiten anzuregen. Die Liste bisheriger Künstlerinnen und Künstler liest sich mit Namen wie Joseph Beuys, Marlene Dumas, Nan Goldin, Ernst Ludwig Kirchner, Albert Oehlen und Lawrence Weiner wie ein «Who is Who» der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.
Der Aufbau der Darstellung im Blatt Hände (Die Vermittlung zwischen dem Oberen und dem Unteren) ist einfacher als bei den anderen der Serie. In der Mitte des Blatts in Elefantenhautprägung sind vier Fotografien einer Hand in verschiedenen Varianten abgedruckt. Die ausschnitthaften Bilder sind überbelichtet und in Schwarz gedruckt, so dass die weissen, leeren Stellen das Blatt und dessen Muster freigeben. Jede der vier Abbildungen hat einen Titel: 1. Die Vermittlung zwischen dem Oberen und dem Unteren, 2. Die Konjunktion von Draussen und Drinnen, 3. Im Quecksilber, 4. Hand eines Blinden. Zumindest auf Bild 2 und 4 ( 2 ist ein Ausschnitt von 4) kann man neben der Hand auch ein Buch mit einer Fotografie und darauf ein kleines Objekt erkennen. Bild 1 und 3 hingegen sind sehr undeutlich. Mal erkennt man einen Fluss, mal eine Hügellandschaft, ein anderes Mal erkennt man nichts ausser der Hand. Polke zeigt uns Bildträger, Bild und Bildtitel und spannt mit diesen drei Aspekten ein Assoziationsfeld auf. Die Gedankenzusammenhänge und damit die Interpretation verlieren sich jedoch so rasch, wie sie auftauchen. Claudio Vogt