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Kleine Mühle
  • Alexandre Calame
  • Kleine Mühle, um 1850

  • Öl auf Karton
  • 30.5 x 40 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der BEST Art Collection Luzern
  • Inv.-Nr. M 12x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,830
  • Jahr bis: 1,864
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Die Attraktivität dieser kleinen unscheinbaren Ortschaft im Wallis dürfte für den Maler hauptsächlich in den typisch walliserischen Bewässerungskanälen, den so genannten Bisses gelegen haben. Von beiden Seiten führen die hochgestellten hölzernen Wasserleitungen diagonal auf eine Mitte zu, die von einem breit wuchernden Strauch eingenommen wird. Nach hinten versetzt tauchen die Dächer mehrerer Holzbauten auf, die von einem steinernen, hell beschienenen Kirchturm überragt werden. Der Reiz des Bildes besteht allerdings nicht in der Ansammlung malerischer und in eine hochalpine Landschaft eingebetteter Gebäude, sondern hauptsächlich in der steinigen Uferzone des Gebirgsbaches, der vom vorderen Bildrand überschnitten wird. Mit hoher zeichnerischer Präzision hat Calame hier einen Vordergrund ausgestaltet, der sich in seiner unkultivierten Natürlichkeit innerhalb seines Oeuvre eher unkonventionell und einzigartig ausnimmt. In ein helles Sonnenlicht getaucht erscheinen die schroffen Gesteinsbrocken ungewöhnlich plastisch und erinnern an die Walenseebilder seines Schülers Robert Zünd, der zusammen mit seinem Freund Rudolf Koller das von Steinen übersäte Seeufer akribisch genau festgehalten hat.

Regine Fluor-Bürgi