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21 Stempel (Palindrome)
  • André Thomkins
  • 21 Stempel (Palindrome), um 1978

  • Holz, Eisen, Gummi
  • 140 x 150 x 5 cm
  • signiert auf jedem Stempel: "a.t."
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 185w
  • © 2007, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 1,978
  • Jahr bis: 1,978
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography

Einige Palindrome wie beispielsweise "lucerne en recul" (KML 186:4w), " STRATEGY: GET ARTS" (KML 186:13w) oder "DOGMA I AM GOD" (KML 186:6w), die Thomkins bereits auf Email-Schilder geschrieben hat, verwendet er auch für Gummistempel. Die Arbeit besteht aus insgesamt 21 Stempeln, die je mit einem Gliederkettchen (teils weiss bemalt) versehen und mit der Aufhängevorrichtung für die Wand verbunden sind. Die unterschiedlich langen Stempel sind einseitig mit einem weissen Papier beschichtet, auf dem die jeweiligen Palindrome geschrieben stehen. Als Druckstock dient ein Hartgummi, auf dem die Zeichen reliefartig und seitenverkehrt eingeschnitten sind. Die Druckform wird mit Hilfe eines Stempelkissens eingefärbt und gibt beim Stempeln das Druckbild auf der Unterlage ab. So lassen sich auf einfache Weise multiplizierbare Werke herstellen.

Abgesehen von den 21 Palindrom-Stempeln stellt Thomkins Ende der 1950er Jahre mit einfachen Materialien Stempeldrucke her. Er bestreicht Holzbrettchen oder Kartonstücke mit Plastilin, ritzt Figuren hinein oder bearbeitet die "Bildseite" im Relief, färbt sie ein und bringt davon einen Abdruck auf das Papier. Nicht selten verarbeitet er den Abdruck mit der Feder skizzenhaft weiter und kombiniert die Darstellung mit gestempelten Sätzen oder Wörtern. Bei den Stempeldrucken stellt Thomkins für einmal die aufwändig technischen und ästhetischen Verfahren der Druckgrafik nicht in den Vordergrund. Vielmehr ist es die Begeisterung und Lust am Erfinderischen, ein Grundzug in Thomkins künstlerischer Tätigkeit.

Cornelia Ackermann