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Birkenlandschaft
  • Adolf Stäbli
  • Birkenlandschaft, 1877 - 1879

  • Öl auf Leinwand
  • 105.9 x 146 cm
  • signiert unten links: "Adolf Stäbli/München 1869"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 448x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,877
  • Jahr bis: 1,879
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Die titelgebenden Birken, eine kleine Gruppe hoher, schlanker Bäume mit beträchtlichen Blattkronen, stehen in Adolf Stäblis Ölgemälde auf einer leichten Anhöhe vor einer weiten Seenlandschaft. Als grosse und dunkel gemalte, um ein paar Findlinge gruppierte Bäume im Vordergrund, zeichnen sie sich silhouettenhaft gegen den Wolkenhimmel ab.

Das Gemälde „Birkenlandschaft“ ist nachträglich von fremder Hand auf das Jahr 1869 datiert worden, entsteht vermutlich jedoch erst um 1879, etwa zeitgleich mit dem kompositorisch ähnlichen grossformatigen Ölbild „Abziehendes Gewitter“ (Winterthur, Kunstmuseum). Ab 1875 hält sich Stäbli zu Studienzwecken wiederholt im Harzgebiet auf, wo er die karge Heidelandschaft als Motiv entdeckt. Im Gegensatz zu den Darstellungen von Gewittern und Überschwemmungen, in denen bisweilen Dramatik und Pathos überwiegen, hinterlässt die „Birkenlandschaft“ einen gemässigten, eher trostlosen Eindruck. Die melancholische Stimmung, die das Gemälde prägt, die latente Bedrohung, die vom düsteren Bildzentrum mit den Felsen auszugehen scheint sowie das eigenartig stumpfe Kolorit der zentralen Baumgruppe erinnern in gewisser Weise an Arbeiten Arnold Böcklins, den Stäbli seit seiner ersten Zeit in München Anfang der 1870er Jahre kennt und bewundert. Die an eine Kultstätte gemahnenden Findlinge lassen die Darstellung zu einer Symbollandschaft werden, in der wohl weniger die private Schwermut des Künstlers, als vielmehr ein dem romantischen Ideal verpflichteter Vanitas-Gedanke zum Ausdruck kommt.

Isabel Fluri