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Trachtenbild, Leutnant Ludiger von Zug
  • Josef Reinhard
  • Trachtenbild, Leutnant Ludiger von Zug, 1800

  • Öl auf Leinwand
  • 70.5 x 58.5 cm
  • datiert und bezeichnet verso: "Zug/Leutnand/Ludiger, Anno 800"
  • Kunstmuseum Luzern, Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Gottfried Keller-Stiftung, Bern
  • Inv.-Nr. E 27x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'800
  • Jahr bis: 1'800
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
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Noch vor Vollendung des ersten Trachtenzyklus’, der im Auftrag des Aarauer Industriellen Johann Rudolf Meyer entstand, begann Reinhard 1796 Darstellungen gleichen Inhalts in einem neuen Format zu malen. Daraus resultierte rund fünf Jahre später eine zweite Serie, die heute als Luzerner Trachtenzyklus bezeichnet wird. Der Name verweist sowohl auf den ersten Präsentationsort – Reinhard stellte diesen ab ca. 1802 in seinem Haus aus – wie auf den heutigen: rund 31 Werke dieses Zyklus’ befinden sich als Depositum der Gottfried Keller-Stiftung im Kunstmuseum Luzern.

Das Trachtenbild aus dem Kanton Zug zeigt, gemäss der originalen Inschrift auf der Leinwandrückseite, einen Leutnant mit dem Namen Ludiger und zwei Frauen, die eine auf seinem Schoss sitzend, die andere ist als Rückenansicht zu sehen. Die Früchte, die im Bildvordergrund aus dem Korb herausrollen, stellen ein Motiv dar, das in ähnlicher Form in weiteren Bildern der Serie vorkommt. Im Gemälde aus dem Kanton Solothurn ist es die Milch, die verschüttet wird. Dies ist einerseits ein gestalterisches Element: die landwirtschaftlichen Produkte sind in einem geschlossenen Behältnis schlecht darzustellen. Zweitens handelt es sich um ein Zeichen von Reichtum: die Behältnisse sind übervoll, quellen über und sind üppig verteilt. Drittens wird so ein szenisches Moment eingeführt. Die Serie ist denn auch im Ganzen erzählerischer, der Genremalerei nahe stehend. Die Frauenfigur, die in Rückenansicht zu sehen ist, ist ein Hinweis auf Reinhards Interesse an klassischen Vorlagen. Gleich einer Kariathyde trägt sie ihren Korb auf dem Kopf.

Christoph Lichtin