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Venedig
  • Max Gubler
  • Venedig, 1949

  • Öl auf Leinwand
  • 38 x 46.5 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern, Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Gottfried Keller-Stiftung, Bern
  • Inv.-Nr. E 89.94x
  • Jahr von: 1,949
  • Jahr bis: 1,949
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Der Solothurner Augenarzt Dr. Walter Schnyder lädt Max und Maria Gubler 1949 zu einer Italienreise ein, die unter anderem nach Mailand, Verona, Florenz und Venedig führt. Auf der Reise fasziniert Gubler, oftmals mehr noch als die Besichtigung von Kunstwerken, die Beobachtung der menschlichen Umgebung. So sitzt er in Venedig gerne einfach in Cafés und studiert vorüber schreitende Passanten oder Boote auf dem Wasser. Im Anschluss an die Reise entsteht ein grosser Werkzyklus aus Venedig-Bildern. Alle Bilder haben ein relativ kleines Format. Thema Ölgemälde sind Hafenszenen mit Dampfschiffen, Segelschiffen, venezianischen Gondeln, Ruderern, Schiffspassagieren und auf dem Quai flanierenden Passanten. Die in dicken Pinselstrichen gefertigten Arbeiten wirken spontan und zügig gemalt. Die Bilder sind sehr kontrastreich. Grosse Flächen sind mit reinem Schwarz und Weiss bearbeitet. Orange und violette Flecken kontrastieren blaue Himmels- und Meeresstreifen.

Die impressionistische Begeisterung für die lichtdurchflutete Atmosphäre Venedigs verbindet Gubler mit vielen anderen Malern, wie Turner, Monet oder Manet. Die kulturhistorischen oder romantischen Aspekte Venedigs spielen in Gublers Bildern aus den späten 1940er Jahren jedoch keine oder nur eine sehr geringe Rolle. Markante Bauwerke, wie San Giorgio Maggiore, Santa Maria della Salute, oder der Dogenpalast sind nicht abgebildet. Die Bilder könnten auch in irgendeiner beliebig anderen Hafenstadt entstanden sein, erst auf den zweiten Blick lässt sich auf Venedig schliessen. Der Maler weist den Bildern eine grosse Bedeutung zu, denn er stellt eine Anzahl von ihnen bereits im Herbst 1949 in der Galerie Georges Moos in Zürich aus, während er sonst oft ältere Werke zeigt.

Benjamin Altorfer