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Eiger, Mönch und Jungfrau
  • August Babberger
  • Eiger, Mönch und Jungfrau, 1917

  • Öl auf Holzfaserplatte
  • 76.5 x 99.4 cm
  • signiert und datiert unten rechts: "1917 Babberger"
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der BEST Art Collection Luzern
  • Inv.-Nr. M 83.15x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,917
  • Jahr bis: 1,917
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Über seine Frau Anna Maria Babberger-Tobler lernt August Babberger ab 1915 die Innerschweizer Berglandschaft kennen. Auf die damals noch wirklichkeitsnahen, streng gegliederten – von Ferdinand Hodler beeinflussten – Kompositionen folgt die Herausbildung eines eigenen Malstils, wobei die Monumentalität Hodlers weiterhin spürbar ist. Die Intensivierung der Farbe und Rhytmisierung der Form in der Bildgestaltung verleihen Babbergers Landschaftsdarstellungen eine zunehmend expressionistische Handschrift.

Die Sehnsucht Babbergers nach dem Ursprünglichen in der Natur führt ihn in die unberührte rauhe Hochgebirgslandschaft im Berner Oberland. Das Bild mit den drei imposanten Berggipfeln Eiger, Mönch und Jungfrau zählt zu den
bekanntesten Hauptwerken. Die Landschaft scheint durchdrungen von der Natur innewohnenden Kräften und einer immensen energiegeladenen Spannung. Bis zu Babbergers Tod bleibt das Motiv der Berglandschaft in seinem Oeuvre zentral.

Im Vordergrund des Bildes dominiert die gras- und baumbewachsene Hügelzone. Dahinter türmt sich die schneebedeckte Hochgebirgskette auf, welche umrahmt wird von der Himmelszone mit stilisierten Kumuluswolken, den drei Lichtstreifen sowie der davorgesetzten Felsenzone. Die drei übereinandergebauten, auf die Grundformen reduzierten und abstrahierten Bergzüge zeichnen sich durch Rhythmus und Gegensätze aus: gerundete schwungvolle kreisförmige Landschaftselemente im Vordergrund kontrastieren mit dreieckigen kantigen Flächen und parallel gesetzten Linien im Hintergrund. Wie bei Kirchners zur gleichen Zeit geschaffenen expressiven Berglandschaften in leuchtenden Blau-, Grün-, Gelb- und Violetttönen, klingt auch bei Babbergers "Eiger, Mönch und Jungfrau" die expressionistische Farbpalette an.

Cornelia Ackermann