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Frauen mit buntem Teppich
  • Max Pechstein
  • Frauen mit buntem Teppich, 1920

  • Öl auf Leinwand
  • 117 x 91.5 cm
  • signiert und datiert unten links: "HMP 1920"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 356x
  • © 2005, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 1'920
  • Jahr bis: 1'920
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
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Auf der Inselgruppe Palau, die 1899 an das Deutsche Reich gekommen ist, findet Pechstein eine unbeschwerte paradiesische Welt, eine Idylle, die durch die japanische Besetzung während des Ersten Weltkrieges nur von kurzer Dauer ist. Pechstein sieht sich zur Rückkehr nach Deutschland gezwungen, wo er 1917 aus der Erinnerung die Palau-Bilder malt und sich bis 1923 mit exotischen Bildinhalten beschäftigt. Dazu gehört auch das 1920 entstandene Ölgemälde "Frauen mit buntem Teppich", später mit "Freundinnen" betitelt.

Der dunkle Teint der beiden Frauen, ihre vollen Lippen, die kantigen Gesichtszüge, erinnern an zwei Einheimische der Südsee. Sie sind mit bunten, reich dekorierten Tüchern gekleidet. Die Schilderungen von Palau sind zum grossen Teil Konstrukte seiner Fantasie und Erinnerungen und stehen in der Tradition seines Vorbildes Paul Gauguin (1848-1903), der bereits von 1891 bis 1893 erstmals Tahiti aufgesucht hatte und dessen Figurenbilder der Südsee in expressiver Farbigkeit eine starke ornamentale Wirkung haben. So erstaunt es nicht, dass in "Frauen mit buntem Teppich" die Nähe zu Gauguin und auch Matisse anklingt: Zwei Maler, die Pechstein zu neuen Bildfindungen inspiriert haben.

Cornelia Ackermann