deutschenglisch
Dwarf (Assurbanipal)
  • Paul Thek
  • Dwarf (Assurbanipal), 1969

  • Latex, Acryl
  • 140 x 56 x 43 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 94.54w
  • © The Estate of George Paul Thek, New York
  • Jahr von: 1'969
  • Jahr bis: 1'969
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur

Thek lernt den italienischen Handwerker Contrucci, der vergeblich seine Gummizwerge an die Stadt verkaufen wollte, in Amsterdam kennen. „Jedesmal, wenn ich in der Werkstatt dieses Mannes war, sah ich da diesen ungenutzten grossen Zwerg, und ich veliebte mich in die Hoffnungslosigkeit dieser Situation. Ein holländischer Freund von mir sagte: ,Oh, der Zwerg ‚Assurbanipal’, weil der Bart ein bisschen assyrisch aussah. Von da an versuchte ich, ihn in die Ausstellungen hineinzuquetschen, und er wurde unverzichtbar.“

Paul Thek verwendet diesen Zwerg als Bestandteil des "Dwarf Parade Tables", den er erstmals in seiner Ausstellung im Stedelijk Museum in Amsterdam 1969 und später auch in Stockholm (1971/72) und Kassel (1972) präsentiert. Dabei dient der Zwerg als Tischstütze. Seine Kappe lugte durch ein Loch des Tisches und wurde auf diese Weise Bestandteil der Elemente, die sich auf dem Tisch befanden. In der Luzerner Ausstellung "Ark, Pyramid, Easter - a visiting group show" von 1973 entschied sich Thek gegen eine nochmalige Präsentation des Tisch-Ensembles. Dafür platzierte er den Zwerg, der erst in Kassel von Franz Deckwitz blau und weiss angemalt wurde, in einer Ecke des sogenannten "Sky Rooms" und liess ihn durch eine Kerze beleuchten. Zur Bedeutung des Zwerges sagte Thek: „Das ist die uns allen gemeinsame paranoide Seite“.

Susanne Neubauer