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Interieur No. 189
  • Anton Henning
  • Interieur No. 189, 2003

  • Öl auf Leinwand
  • 157 x 188.5 cm
  • signiert und datiert unten rechts: "ANTON HENNING 03", signiert, datiert und bezeichnet auf Keilrahmen, mit Filzstift: "AH 2003-021 Intéreieur No. 189"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 2005.30x
  • © 2007, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 2'003
  • Jahr bis: 2'003
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
Weiteres

Neben Porträts, Stillleben und Landschaften sind „Interieurs“ eine weitere von Anton Henning bediente Gattung. Das Interieur Nr. 189 zeigt nicht nur modernistische Möbel, sondern auch eine Auswahl an Gemälden, die den in rot und pink gemalten Raum ausschmücken. Es sind nicht irgendwelche Gemälde eines Kunstsammlers, dessen Wohnzimmer wir hier vor uns haben, sondern wiedererkennbare, „typische Hennings“. Der Maler hat sie als Bild nochmals „ins Bild“ gesetzt.

Anton Henning bezieht sich hier nicht nur auf das kunsthistorische Genre des Sammlungsbildes, wie Johann Zoffanys berühmtes Gemälde „Die Tribuna der Uffizien“ (ca. 1773) etwa, das den Hauptraum dieser Florentiner Gemäldegalerie mit seinen übereinander gehängten Meisterwerken und einer Schar illustrer Connoisseurs zeigt. Hennings Werk gehört zu jenem Typus in seinem Schaffen, das seine sich selbst immer wieder befragende Motivwelt und sein eigenes Bilderrecycling vor Augen führt. Dass er seine Arbeitsweise in Werkgruppen und wiederkehrenden Motiven gerade in den figürlichen „Interieurs“ und seinen dreidimensionalen „Bilderzimmern“ (die er auch „Interieurs“ nennt) mit System betreibt, lässt sich auch an den in Interieur Nr. 189 gewählten Bildmotiven erkennen. Hier finden sich alle Gattungen vereint, ein Landschaftsbild, ein Blumenstillleben, ein abstraktes Interieur und ein Figurenbild auf der linken Wand. Das Gemälde über dem Sofa zeigt ein Selbstporträt des bärtigen Künstlers in der Rolle des Pan, des Gottes des Waldes und der Natur, der Freude an Musik, Tanz und Fröhlichkeit besitzt. Und nicht ohne eine grosse Portion Selbstironie setzt sich der Künstler für die Betrachtung seiner eigenen „blendenden“ Werke dabei eine Sonnenbrille auf.

Susanne Neubauer