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Bernina und Lago Bianco
  • Joseph Zelger
  • Bernina und Lago Bianco, ohne Jahr

  • Öl auf Leinwand
  • 100 x 139 cm
  • signiert unten links: "Zelger", und unten rechts: "J Zelger."
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 296x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,832
  • Jahr bis: 1,885
Description
Provenance
Exhibition History
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Other

Die Hochgebirgsgegend, eines der bevorzugten Bildmotive Jakob Joseph Zelgers, präsentiert sich im Gemälde „Bernina und Lago Bianco“ als romantisierende, jedoch gleichzeitig frisch wirkende Landschaft. Das Bedrohliche und Unwirtliche der Bergwelt wird durch die distanzierte Darstellung relativiert. Einzig das von rechts aufziehende Gewitter scheint das schöne Alpenpanorama zu beeinträchtigen. Der felsige, schneefreie Piz Bernina erhebt sich im Bildzentrum; über ihm geben die Wolken den Blick frei auf ein Stück blauen Himmel. Die Landschaft mit dem stillen Bergsee wirkt eher pittoresk, die Pastoralszene im Vorder- und Mittelgrund betont noch das Friedlich-Beschauliche, in der Farbigkeit herrscht ein gemässigter Ton vor. Forciertes Pathos, wie man es aus anderen Landschaftsdarstellungen dieser Zeit kennt, wird hier zugunsten einer beinahe realistischen, aber doch leicht sentimentalen Stimmung vermieden.

Die Komposition lebt von den hell-dunkel-Kontrasten, mit denen die einzelnen Ebenen akzentuiert werden, so dass sich der Eindruck einer „Staffelung“ der verschiedenen Bildelemente einstellt, was die Darstellung etwas schematisch wirken lässt. Die Inszenierung des Verhältnisses von Nähe und Ferne wie auch das Spiel von Licht und Schatten erinnern bisweilen an Calames Landschaften von Anfang der 1850er Jahre – jedoch ohne die für Calames Arbeiten typische kühne Aufsichtsperspektive und deren farbliche Brillanz.

Isabel Fluri