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Ohne Titel (Cherries)
  • Paul Thek
  • Ohne Titel (Cherries), 1969

  • Roter und grüner Plastik, Etiketten
  • je 9 x 8 x 2.5 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 94.65w
  • © The Estate of George Paul Thek, New York
  • Jahr von: 1,969
  • Jahr bis: 1,969
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Gemäss einem unveröffentlichten Interview mit Edwin Klein wurden die Plastikkirschen von Paul Thek in Amsterdam gekauft. Erstmalig verwendet wurden sie nachweislich 1971/72 in der Stockholmer Ausstellung „Pyramid – A Work in Progress“. Zusammen mit weissen Papiertaschentüchern hingen sie an Schnüren festgemacht in der Mitte des Ausstellungsraumes von der Decke und befanden sich direkt über dem „Dwarf Parade Table“ und dem „Volkano“. Sie gelten in der christlichen Kunst des Mittelalters als verbotene Frucht, die wie der Apfel im Paradiesgärtchen zu finden ist. Thek deutet die Kirschen jedoch auf seine Art und Weise. In einem Interview mit Harald Szeemann aus dem Jahre 1973 erläutert der Künstler: „Ich habe erst vor kurzem erfahren, was ich damals noch nicht wusste, dass sie nämlich ein Symbol der Gnade Gottes sind. Das geht ganz auf die Anfänge der christlichen Mythologie zurück, auf die christliche Ikonographie. Ich wusste nichts davon. Ich arbeitete mit einem sehr bekannten amerikanischen Lied, das davon singt, dass das Leben nur eine Schüssel mit Kirschen ist, und ich glaube nicht, dass der Verfasser dieses Liedes gewusst hat, dass er von einem Thema spricht, das etwas mit den alten Ikonen zu tun hat.“ („Gespräch mit Paul Thek“, in: Harald Szeemann, Individuelle Mythologien, Merve: Berlin 1985, S. 173.) Diese Deutung der Kirschen als Symbol für die göttliche Segnung wurde später auch von Suzanne Delehanty im Ausstellungskatalog „Paul Thek/Processions“ von 1977 übernommen.

Susanne Neubauer