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Blick über den Rotsee gegen Ebikon
  • Robert Zünd
  • Blick über den Rotsee gegen Ebikon, 1851

  • Sepia auf Papier
  • 33.2 x 24.9 cm
  • signiert und datiert unten links: "Zünd 51."
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. RH 1083y
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,851
  • Jahr bis: 1,851
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography

Als Jugendlicher nimmt Robert Zünd Zeichenunterricht beim Luzerner Jakob Schwegler und arbeitet kurze Zeit im Atelier von Josef Zelger. Von 1848 bis 1850 absolviert er seine Ausbildung in Genf bei den bekanntesten Landschaftsmalern seiner Zeit, François Diday und Alexandre Calame. Das Blatt „Blick über den Rotsee gegen Ebikon“ ist 1851 und kurz nach seiner Rückkehr aus Genf entstanden. Zünd hat dieses Blatt als Mitgliederbeitrag der Luzerner Kunstgesellschaft abgegeben, was bis 1875 bei Künstlern üblich war.

Zentrales Bildmotiv ist eine Baumgruppe am Hang, in der sich bereits die Könnerschaft Zünds in der Behandlung von Blattwerk abzeichnet. Der Vordergrund ist durch ein horizontales Band gekennzeichnet, in dem sich ein See und hohes Gras oder Schilf flächig ausbreiten. Felsen und Steine am Ufer sind auch später noch beliebte Motive, die Zünd minutiös und detailreich auszuführen versteht.

Robert Zünd hat die Sepiazeichnung verwendet, um Tonwerte und die Behandlung von Schatten und Licht zu studieren und den Entwurf auf seine Tauglichkeit als Gemälde zu prüfen. Sie ist als wichtiger Baustein in seinem Arbeitsprozess anzusehen, wie auch zahlreiche Entwürfe in seinen Skizzenbüchern belegen. Bereits an diesem frühen Stadium finden sich, neben locker skizzierten Freihanddarstellungen, Bleistiftskizzen, die er an gleicher Stelle mit Pinsel und Sepia weiterbearbeitet. Eigenständige, lavierte Zeichnungen wie der „Blick über den Rotsee gegen Ebikon“ sind im späteren Œuvre des Malers nicht mehr zahlreich zu finden. Für Zünd erfüllt die Zeichnung den Zweck des Naturstudiums und ist der Malerei eindeutig untergeordnet.

Susanne Neubauer