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Number 11 III. XX. 1986
  • Sam Erenberg
  • Number 11 III. XX. 1986, 1986

  • Öl auf Sperrholz
  • 24.6 x 24.6 x 4 cm
  • signiert und datiert verso, mit schwarzem Stift: "III.XX.1986/S.Erenberg/Number 11"
  • Kunstmuseum Luzern, Schenkung Sammlung Toni Gerber
  • Inv.-Nr. 93.70x
  • © Sam Erenberg
  • Jahr von: 1'986
  • Jahr bis: 1'986
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Weiteres

Die sogenannten „Planets/pocket paintings“ umfassen eine Serie von hundert kleinen Malereien, die zwischen 1986 und 1988 entstanden sind. Jedes Objekt wurde auf der Rückseite mit einem schwarzen Filzstift durch den Künstler signiert, datiert und mit dem entsprechenden Titel versehen. Diese Einzelarbeiten wurden mit Acryl auf Sperrholz gemalt und in einen dicken Holzrahmen eingefasst, wodurch ein spezielles Verhältnis zwischen Rahmen und Bild entsteht.

Die kleinformatigen Werke sind eine Mischform aus Malerei, Objekt und Installation, die auf einem Vokabular von sieben geometrischen Figuren aus alter Tradition basieren, nämlich dem Kreis, dem Oval, dem Dreieck, dem Quadrat, dem Fünfeck, dem Sechseck und dem Achteck. Die Zeichensymbolik dieser Formen ist universal und nicht spezifisch. Die Bildmotive hingegen werden völlig verändert oder unterscheiden sich nur durch eine neue Farbgebung. Die Bilder variieren von hart eckigen, symmetrischen Kompositionen bis zu flüssigen Bewegungen und weichen Formen. Dargestellt sind unter anderem Kreuze, abstrakte Formen und Landschaften.

Erenberg arbeitet während zwei Jahren regelmässig an dieser Werkserie. Ein Vergleich zwischen diesen Objekten ergibt, dass einzelne Arbeiten auf denselben Tag datiert werden, wie beispielsweise die Nummern 10 und 11, die beide am 20. März 1986 entstanden sind. Frei an die Wand gehängt entsteht ein Bild, das durch den Werktitel „Planets/pocket paintings“ unterstrichen wird. Diese Objekte zusammengesetzt ergeben somit eine Konstellation von Zeichen, die beliebig verändert und weitergeführt werden kann. Aus dieser Kon – „stella“ – tion, wie es das Wort selbst beschreibt, entsteht ein mögliches „Stern“bild. Der zweite Teil des Titels beschreibt die Werkserie nicht auf inhaltlicher sondern formaler Ebene. Das kleine Format dieser Malereien suggeriert, dass diese in der Tasche mitgeführt werden können, wodurch den Objekten eine eigenartige Funktion zukommt, da Bilder für gewöhnlich als etwas Statisches, Unbewegliches, betrachtet werden.

Erenbergs erstes Objekt dieser Werkserie war ein Achteck. Die dargestellte Landschaft wurde von der Ortschaft Santa Barbara in Kalifornien inspiriert. Landschaft ist ein Element, welches Teil unseres Lebens ist, aber immer ausserhalb von uns bleibt. Diese Thematik scheint eine passende Metapher für Erenbergs Wunsch zu sein, die innerliche und äusserliche Welt zusammenzubringen.

In “Seven Abstract Paintings”, ein zwischen 1986 und 1996 entstandenes Kunstwerk in Form eines Offset-Buches, tauchen die Objekte der Werkserie “Planets/pocket paintings” wieder auf, diesmal nicht als Malereien an eine Wand gehängt, sondern vielmehr als Objekte, die sich in ein Environment einfügen.

Selina Merdanli