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Bürgenstock
  • Wilhelm Gimmi
  • Bürgenstock, 1913

  • Öl auf Leinwand, doubliert
  • 66.3 x 71.5 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der BEST Art Collection Luzern
  • Inv.-Nr. M 97.7x
  • © Fondation Wilhelm Gimmi, Musée Jenisch, Vevey
  • Jahr von: 1,913
  • Jahr bis: 1,913
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Von 1908 bis 1940 lebt Wilhelm Gimmi in Paris, weilt den Sommer über aber oft in der Schweiz um zu malen und den Kontakt zu Familie und Freunden zu pflegen. Er hält sich unter anderem im Wallis, in Graubünden und am Vierwaldstättersee auf, wo er 1913 zweieinhalb Monate in Weggis lebt. Am Ort der Gründung des Modernen Bundes verbringen dessen Mitglieder immer wieder einige Tage oder Wochen – einzeln oder in der Gruppe. Über Gimmis Aufenthalt ist wenig bekannt, vermutlich steht er in Zusammenhang mit seiner Übernahme der Geschäftsführung der Künstlervereinigung im selben Jahr. Interessant ist für unser Gemälde die in einem Brief an seine Schwester Fanny geäusserte Bemerkung, er wolle in Weggis „einige gute Landschaften“ malen. Entstanden sind unter anderem mehrere Ansichten des Bürgenstocks, der vis-à-vis von Weggis auf der anderen Seite des Vierwaldstättersees liegt.

Das Gemälde „Bürgenstock“ führt anschaulich Gimmis intensive Auseinandersetzung mit der französischen Avantgardekunst vor Augen und ist damit repräsentativ für die erste Schaffensphase des Künstlers in Paris: Die zerklüfteten Felspartien des sich über dem See erhebenden Berges übersetzt er in facettenartig aufgesplitterte, kristalline Binnenformen und bedient sich damit einer kubistischen Formensprache. Die Geometrisierung und die Modulationen der Farbe Blau zeugen aber ebenso von Gimmis Orientierung an der Kunst Cézannes, sie gemahnen etwa an dessen berühmte Ansichten der Montagne Sainte Victoire.

Anne-Christine Strobel