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Rebhühner
  • Vassily Khmeluk
  • Rebhühner, ohne Jahr

  • Öl auf Holz
  • 55.8 x 76.9 cm
  • signiert unten links: "V. Khmeluk"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 342x
  • © 2006, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 1,925
  • Jahr bis: 1,935
Description
Provenance
Exhibition History
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Other

Auf einem weissen Tischtuch ausgebreitet liegen zwei Rebhühner. Die Flügel leblos geöffnet, die fette Brust nach oben gerichtet, hängen ihre Köpfe über die Tischkante. Das dickere linke präsentiert der Künstler von der Seite und in einem bläulichen Weiss. Das in verschiedenen Brauntönen gehaltene rechte droht kopfüber vom Tisch, und damit aus dem Bildausschnitt, zu fallen. Diese Position bietet eine schöne Untersicht des Tieres, wobei die Beine weit gespreizt sind und ein Fuss nach oben ragt. Das querformatige Jagdstillleben zeichnet sich durch einen expressiven Pinselduktus aus. Auffällig ist die zurückgenommene Farbpalette. Die untere Bildhälfte wird durch das helle Tischtuch dominiert, die obere Partie in der Mitte in einen schwarz-grauen und einen grau-braunen Hintergrund gleichteilig separiert. Die Körperstellung der toten Vögel und ihr mit wenigen zusammenfassenden Pinselstrichen belebtes Gefieder verleihen der Komposition Bewegung.

Das Genre des Tier- und Jagdstillleben wurde in den Niederlanden des 16. Jahrhunderts entwickelt. Die üppigen, barocken Darstellungen von Jagdbeute erfreuen sich schliesslich im 17. Jahrhundert grosser Beliebtheit in der Adelsschicht. Von den Gemälden geht sowohl die Botschaft von Luxus als auch Vergänglichkeit aus. Im späten 19. und dem 20. Jahrhundert verwenden unter anderen Paul Cézanne, Georges Braque, Juan Gris, Giorgio Morandi das Stillleben als Motiv. Auch Khmeluk greift auf diese Bildtradition zurück, auffallend ist dabei die expressive Bearbeitung des Themas.

Chonja Lee