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La Superba
  • Max von Moos
  • La Superba, 1951

  • Öl auf Karton
  • 72 x 91 cm
  • signiert und datiert unten links: "Max von Moos 1951"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 174x
  • © Peter Thali, Luzern
  • Jahr von: 1'951
  • Jahr bis: 1'951
Werkbeschrieb
Provenienz
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Literatur
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Die Auseinandersetzung mit dem Surrealismus, der wichtigsten künstlerischen Bewegung der 1920er Jahre, beginnt im Schaffen von Max von Moos Mitte der 1930er Jahre. Er selbst hat sich aber der Pariser Surrealisten-Gruppe um André Breton (Manifest 1924), die Mitte der 1920er bis zu Beginn der 1930er Jahre Mittelpunkt der surrealistischen Bewegung gewesen ist, nicht angeschlossen. Im Gegensatz zu den Schweizer Surrealisten Alberto Giacometti, Meret Oppenheim, Kurt Seligmann, Gérard Vulliamy oder Serge Brignoni, die sich an der Pariser-Gruppe orientiert und ebenfalls in Paris gewirkt haben, entwickelte Max von Moos seine eigene surrealistische Bildsprache, die auch im Werk "La Superba" zum Ausdruck kommt.
Mit "La Superba" ist vermutlich die Bezeichnung des Schiffes gemeint. Die einfach aufgebaute Komposition mit tief liegendem Horizont zeigt in der linken Bildhälfte einen mehrstöckigen Riesendampfer, der im Hafenbecken angelegt hat. Rechts davon dominiert, leicht zurückgesetzt, ein zum Meer gewandter modernistisch gestalteter Leuchtturm. Die Szene ist von einer mediterranen Stimmung bestimmt, die Max von Moos von seinen vielen Reisen nach Griechenland, Italien oder in die Provence kennt. Ausserdem lässt er in seiner Darstellung die Architektur der Mittelmeerstädte in konstruktivistischer Form einfliessen.
Sowohl das Schiff als auch der Leuchtturm sind zwei symbolträchtige Motive, die in der surrealistischen Bildsprache beliebt sind. Für Max von Moos bilden die beiden Bild bestimmenden Gegenstände den Ausgangspunkt für eine Verwandlung in andere Gegenstände: Der Leuchtturm als Bewacher und Wegweiser permutiert zu einem Phallus und das Schiff zu einer vegetativen Form. Nicht nur die Gegenstände erfahren eine Metamorphose, es verfremden sich auch Materialien und Strukturen: aus anorganischen werden organische oder umgekehrt.

Cornelia Ackermann