deutschenglisch
Aufsteigender Rhythmus
  • Charles Wyrsch
  • Aufsteigender Rhythmus, 1965/1966

  • Öl auf Leinwand
  • 100.8 x 81.2 cm
  • signiert unten Mitte: "Wyrsch", bezeichnet, datiert und signiert verso: "Aufsteigender Rhythmus/1965/1966/Charles Wyrsch"
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der BEST Art Collection Luzern
  • Inv.-Nr. M 83.12x
  • © Charles Wyrsch
  • Jahr von: 1'965
  • Jahr bis: 1'966
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
Weiteres

„Aufsteigender Rhythmus“ entstand ein Jahr, nachdem sich Wyrsch der abstrakten Malerei zuwandte. Malte er am Anfang dieser Schaffensphase vor allem kleinformatige Bilder, hat das vorliegende Gemälde bereits eine grössere Ausdehnung.

Vom Titel des Bildes ausgehend erwartet der Betrachter die Darstellung von Bewegungen, die im Ablauf einer bestimmten Gesetzmässigkeit gehorchen. Wyrsch arbeitet mit Farben und abstrakten Formen, um die gleich bleibende und sich wiederholende physikalische Bewegung und Kraft darzustellen. Die Kontrastierung der einzelnen Farbflächen besteht wird durch die Spachteltechnik verstärkt. Der warme Gelbton variiert, auf der linken Seite ist er eher hell, gegen oben fast weiss, auf der rechten Seite dunkler, unten rechts fast ockerfarbig. In der Mitte der Komposition zieht eine gleichmässig gegliederte Bewegung von aufeinander getürmten schwarzen Figuren nach oben. Der Druck nach oben entsteht durch den oberen würfelförmigen Körper, der losgelöst von den andern die Richtung weist. Das Gelb des Hintergrundes evoziert durch seine Nähe zu Sonne und Licht den Eindruck von Raum. Der mittlere Teil dagegen wird durch die schwarze Farbe dominiert, die in einem starken Kontrast mit dem Hintergrund steht. Mit er Loslösung des oberen schwarzen Farbkörpers vom grösseren zentralen Körper lässt sich der Titel des Werks in Verbindung bringen.

Angeregt zur abstrakten Malerei wird Wyrsch gemäss eigener Aussage durch den französischen Maler Nicolas de Staël (1914–1955), der ab 1942 abstrakt malt. Vor einem monochromen Hintergrund stapelte er einfache starkfarbige Formen. Oft wird der Betrachter an Landschaften oder Figuren erinnert. Auch andere Maler sind für Wyrsch in dieser Phase wichtige Inspirationsquelle. So fasziniert ihn die Farbflächenmalerei Mark Rothkos.

Béatrice Cotter