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Knabenbildnis
  • Josef Reinhard
  • Knabenbildnis, 1800

  • Öl auf Leinwand
  • 125 x 78 cm
  • signiert und datiert unten Mitte: "Reinhard f. 1800"
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der BEST Art Collection Luzern
  • Inv.-Nr. M 84x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'800
  • Jahr bis: 1'800
Werkbeschrieb
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Literatur
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Das "Knabenbildnis" ist eine für den Zeitraum von 1800 bis 1810 typische Darstellung jener Ganzfigurenporträts, in welchen Reinhard die Person zentral ins Bild setzt und mit grossflächigem Hintergrund umgibt. Dieser ist relativ dunkel gehalten. Der rotbraune Grundton, der weniger realistisch als abstrahierend wirkt, wird von Reinhard gerne eingesetzt. Die Landschaft wird nur schematisch angedeutet, der Felsvorsprung dient in erster Linie dazu, der Person eine Position zuzuweisen. Der dargestellte Knabe wirkt denn auch nicht so, als würde er tatsächlich in der Natur sitzen. Reinhard macht eine klare Trennung zwischen Figur und Hintergrund, und auch von Natur kann hier kaum gesprochen werden. Es handelt sich vielmehr um einen Landschaftsprospekt, der an Theatermalerei erinnert und die stilisierte Kulissenmalerei vorwegnimmt, die später in den Fotostudios zum Einsatz kommen wird. Auch die Meise hebt sich stark vom Hintergrund ab. Die Szenerie zeigt ein in damaliger Zeit häufig praktiziertes Kinderspiel. Auf Bäume zu klettern und den Vögeln die Nester zu rauben gehörte um 1800 zu einem wenig sanktionierten Bubenstreich.

Christoph Lichtin