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Damenbildnis
  • Anton Faistauer
  • Damenbildnis, um 1919

  • Öl auf Leinwand
  • 54.2 x 47 cm
  • signiert oben rechts: "A. Faistauer"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 360x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'910
  • Jahr bis: 1'925
Werkbeschrieb
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Der österreichische Maler Anton Faistauer hat auf dem um 1919 entstandenen Brustbild eine Dame im Halbprofil dargestellt. Sie trägt eine auberginefarbene Bluse, die mit hellen Farbflecken durchsetzt ist. Die kräftigen Rottöne des Vorhangs im Hintergrund sowie die dunkel gestaltete Bluse stehen in Kontrast zum blassen Gesicht der Gezeigten. Faistauers Vorliebe für violette Töne und die von Cézanne abgeleitete fleckige Technik zeigen sich hier. Die Dargestellte hält ihren Blick gesenkt und stellt keine Verbindung zum Betrachter her. Einzig die rot geschminkten Lippen und die nussbraunen Augen lassen die Züge des ovalen Gesichts erahnen. Nähert sich der Betrachter dem Bild, so wird die dick aufgetragene Farbe an den Wangenknochen und auf dem Nasenrücken fassbar. Das Gesicht wirkt so bei genauer Betrachtung plastisch.

Faistauer erfasst in seinen Porträts nicht in erster Linie psychologische oder charakterliche Aspekte der jeweiligen Persönlichkeit, es geht ihm vielmehr darum, Kompositionen aus ausgeklügelten Farb-Form-Beziehungen zu schaffen. Die starre Wiedergabe des menschlichen Körpers und der maskenhafte Gesichtsausdruck erinnern dabei an Stillleben.

Sichtbar ist in den meisten Bildern Faistauers die Auseinandersetzung des Künstlers mit Cézanne und vor allem mit dessen differenzierten Farbharmonien. Schon früh, beim Besuch der Impressionisten-Ausstellung in der Wiener Secession 1903, kam Faistauer mit dem älteren französischen Maler in Berührung. Daraus entstand eine lebenslange Faszination und Beschäftigung des traditionsbewussten Österreichers mit den Bildneuerungen Cézannes. Die Farbe in ihren Ausdrucksmöglichkeiten wird zum beherrschenden Thema seiner Kunst.

Melanie Rui