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Kopien der Holbein-Wandmalereien am ehemaligen Hertenstein-Haus
  • Xaver Schwegler
  • Kopien der Holbein-Wandmalereien am ehemaligen Hertenstein-Haus, 1870

  • Aquarell auf Papier
  • 37 x 51.5 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der Stadt Luzern
  • Inv.-Nr. G 699y
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,870
  • Jahr bis: 1,870
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Nachdem der Abbruch des Hertenstein-Hauses 1825 trotz Protesten sowie dem Versand von alarmierenden Briefen durch den Präsident der Luzerner Kunstgesellschaft, Oberst Karl Pfyffer von Altishofen, nicht verhindert werden konnte, wurden die Luzerner Kunstgesellschaftsmitglieder Jakob Schwegler, Karl Martin Eglin (1737–1850), Johann Baptist Marzohl (1792–1863), Carl Ulrich in Zusammenarbeit mit dem Italiener Santo Trolli (1804 –1832) dazu verpflichtet, die Malereien am Hertenstein-Haus zu kopieren. Ulrich und Eglin widmeten sich den Fassadenfresken, Schwegler, Marzohl und Trolli beschäftigten sich mit dem grossen Saal im Innenraum und den Wandmalereien in der Privatkapelle der Familie Hertenstein. Die Sammlung von Bleistiftzeichnungen und Aquarellen schenkte der Auftraggeber Oberst May von Büren 1851 der Bürgerbibliothek Luzerns. Mit dieser Dokumentation erzeugte die Luzerner Kunstgesellschaft ein frühes Beispiel für die Bildinventarisation. Die Abzeichnungen wurden 1870 von Xaver Schwegler für das Bankhaus Knörr, welches für den Abriss des Hertenstein-Hauses verantwortlich war, in Farbe kopiert. Sie werden als Depositum der Stadt Luzern im Kunstmuseums Luzern aufbewahrt.

Weitere Grundlagen für die Rekonstruktion des Hertenstein-Hauses sind die Stadtansicht von Martinus Martini (1597) sowie zwei Entwurfs-Zeichnungen Holbeins d. J. (Basel, Kunstmuseum). Zudem geben uns die Briefe des Zürcher Schriftstellers und Präsidenten der Schweizer Kunstgesellschaft, Johann Martin Usteri (1763–1827), Informationen über die Wanddekorationen des Gebäudes.

Die erhaltenen Aquarelle im Album von Xaver Schwegler geben zwar Aufschluss über die Gestalt und den Inhalt der verloren gegangenen Malereien, sind jedoch weit vom wirklichen Aussehen der Originale am Hertenstein-Haus entfernt. Schweglers Aquarelle sind kopierte Kopien, die in ihrer Ausführung sehr unterschiedlich waren. Da die Maler 1825 unter starkem Zeitdruck gestanden sind, handelt es sich bei den damals entstandenen Abzeichnungen teilweise um schematische Bleistiftskizzen in verschieden grossen Formaten. Schwegler zeigt in seiner Ausführung des Konvoluts eine Folge von Aquarellen, die in Grösse und Stil einheitlich gestaltet ist.

Melanie Rui