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Jurazeit
  • Hans Emmenegger
  • Jurazeit, 1895

  • Öl auf Leinwand
  • 66.5 x 93.5 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 278x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'895
  • Jahr bis: 1'895
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
Weiteres

Neben der Tätigkeit als Maler geht Emmenegger seinen vielseitigen Interessen nach. So sammelt er unter anderem Fossilien und setzt sich mit naturwissenschaftlichen und prähistorischen Fragen auseinander. Sein Interesse an der Urgeschichte geht so weit, dass er sich auch künstlerisch mit diesem Thema befasst, wie dies das frühe Werk „Jurazeit“ veranschaulicht. Einerseits sind es Emmeneggers Fantasien und Vorstellungen von der Urwelt, andererseits die Erkenntnisse der damaligen Forschung, die er in eine realistische Bildsprache umzusetzen versucht.

Rechts im Bild tummeln sich auf einer Felsplatte zwei sauropodenartige Seeungeheuer mit langen Hälsen. Wild peitschen die sich brechenden und schäumenden Wellen an das Gestein. In der Luft fliegt eine Gruppe von Flugsauriern nahe des aufsteigenden Vollmondes, der die dunkle Meereslandschaft fahl beleuchtet und eine beunruhigende Stimmung evoziert.

Emmenegger wird bereits 1895 im 'Journal de Genève' als Böcklin-Nachahmer bezeichnet. Am prägnantesten zum Ausdruck kommt die Nähe zu diesem Maler zwar in den Bildern, die um 1897 bis 1903 entstehen werden. Doch bereits in dieser frühen fantastischen Komposition klingt die Faszination für Böcklin an, nämlich die melancholisch, lyrisch angehauchte Meereslandschaft.

Das Gemälde geht als Schenkung von Dr. Roman Abt 1906 in die Sammlung des Kunstmuseums Luzern ein. Abt präsidiert zu dieser Zeit die Luzerner Kunstgesellschaft und den Schweizerischen Kunstverein, dem auch Emmenegger als Delegierter der Luzerner Kunstgesellschaft angehört.

Cornelia Ackermann