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Ohne Titel
  • Albrecht Schnider
  • Ohne Titel, 2001/2002

  • Acryllack auf Leinwand
  • 200 x 283 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum des Kantons Luzern
  • Inv.-Nr. F 2002.1x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 2'001
  • Jahr bis: 2'002
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur

Das monumentale Querformat zeigt einen senfgelben Hintergrund auf dem sich ein schwarzes, sich rankendes Liniengeflecht ausbreitet. Durchbrochen wird dieses "Ornament" von geschwungenen, weissen, die Vertikale betonenden, dicken Pinselstrichen unterschiedlicher Länge, die sich teils berühren oder gar ineinander fliessen und über den Bildrand heraus zu führen scheinen.

Seit dem Jahr 2000 setzt sich Albrecht Schnider intensiv mit neuen Materialien auseinander: Er erprobt die Wirkung des Acryllacks und der Farbe Weiss, die er zuvor noch als Hintergrund verwendete und nun zuletzt auf die Bildoberfläche malt. Durch den Einsatz des Lacks, der den Strichen eine klare Kontur verleiht und einen perfekten, homogenen Farbauftrag erlaubt, entsteht der Eindruck einer maschinellen Anfertigung. Zudem ermöglicht der Acryllack, das Weiss deckend aufzutragen.

Die weissen Streifen evozieren eine Leerstelle und ziehen den Blick der Betrachter an: Das Auge nimmt teil an der Ambiguität von Fläche und Raum, der Irritation zwischen Vor- und Hintergrund. Das vom Bildrand angeschnittene Motiv suggeriert die Illusion eines weiterführenden Raumes.

Albrecht Schnider thematisiert hier Fragen zur Malerei wie das Aufheben der künstlerischen Handschrift durch Schematisierung oder das Erproben des Pinselstrichs, der Linie, wie auch das Experimentieren mit der Wahrnehmung des Raumes – der Ambivalenz von Vor- und Hintergrund – und versinnbildlicht somit die komplexe Auseinandersetzung von Maler bzw. Betrachter mit dem Bild.

Barbara Hatebur