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Gleichungen
  • Aldo Walker
  • Gleichungen, 1971

  • Fotografie auf Leinwand auf Spanplatte
  • 95 x 95 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 81.82z
  • © Nachlass Aldo Walker
  • Jahr von: 1'971
  • Jahr bis: 1'971
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur

Die „Gleichungen“ von Aldo Walker nehmen durch ihre Präsentation von Text als Bild Bezug zu den Konzeptarbeiten von Joseph Kosuth. Zwölf Sätze, die als Gleichungen formuliert sind, werden jeweils einzeln als Fotografie auf Fotoleinen vergrössert. Das daraus entstandene Tuch wurde zuerst ohne Rahmen an der Wand befestigt und hing frei nach unten. Erst später, vermutlich für die Ausstellung 1989 im Kunstmuseum Luzern, wurde dieses auf quadratische Spanplatten aufgezogen, um den Bildcharakter deutlicher hervorzuheben.

Die Gleichungen werden aus den vier Begriffen „Kunst“, „Form“, „Kommunikation“ und „Idee“ gebildet, lassen aber jeweils einen der Begriffe aus. Die genannten Nomina werden in einer Verbindung mit den Prädikaten wie „ist gleich“, „multipliziert mit“ und „dividiert durch“ zu Gleichungen zusammengefügt. Obwohl diese einer rationalen Idee zu entspringen scheinen, bleibt immer etwas Undefinierbares zurück. Die Gleichungen gehen logisch nicht auf. Hierin zeigt sich der ironische Versuch, über die rational exakte Form der Gleichung den Sachverhalt Kunst zu erklären. Diese Gegenüberstellung eines rationalen Systems der Gleichungen und einem irrationalen System der Kunst vermag allerdings eine wechselseitige Reflexion anzuregen, die sowohl über die Gleichungssätze als auch über den traditionellen Bildträger, Leinwand, vermittelt wird.

Die „Gleichungen“ bildeten das Zentrum der ersten Einzelausstellung von Aldo Walker 1971 in der Galerie Raeber in Luzern und wurden vermutlich ein Jahr später in der Ausstellung „12 Künstler aus Luzern“ an drei Orten in der Schweiz – in der Städtischen Galerie, Bern; im Progressiven Museum, Basel und im Kunstmuseum Luzern – abermals gezeigt.

Annamira Jochim